Moderne Elektroautos sehen, hören und reagieren. Hinter Begriffen wie
„Travel Assist“, „Front Assist“ oder „Drive Wise“ steckt fast immer dieselbe Technik —
nur anders benannt. Dieses Lexikon übersetzt die Marketing-Namen in das, was die Systeme
wirklich tun, und erklärt jeden Punkt aus dem Assistenz-Cluster.
Die vier Sinne des Autos — die Sensorik
Kameras
Optische Kameras erkennen Fahrbahnmarkierungen, Verkehrszeichen, Fahrzeuge und Personen.
Sie sind die Grundlage für Spurhaltung, Verkehrszeichenerkennung und Objekterkennung. Stärke:
hohe Auflösung und Farberkennung. Schwäche: Nebel, Blendung und Dunkelheit.
Radar
Radarsensoren messen Abstand und Geschwindigkeit anderer Objekte über Funkwellen — auch bei
Regen, Nebel und Nacht zuverlässig. Sie liefern die Daten für den adaptiven Tempomaten, den
Toter-Winkel-Warner und die automatische Notbremsung.
Lidar
Lidar tastet die Umgebung mit Laserpulsen ab und erzeugt eine exakte 3D-Karte. Es erkennt
Objektform und -entfernung präziser als Radar und kommt vor allem bei höher automatisierten
Systemen zum Einsatz. Noch nicht in jedem E-Auto verbaut.
Ultraschall
Ultraschallsensoren arbeiten im Nahbereich bis wenige Meter. Sie sind die Basis für
Einparkhilfe und Abstandswarnung beim Rangieren.
Fahrassistenz — unterwegs
Notbremsassistent (AEB)
Erkennt drohende Auffahrunfälle und bremst automatisch, wenn der Fahrer nicht reagiert —
auf Fahrzeuge, oft auch auf Personen und Radfahrer. Je nach Marke auch Front Assist,
pre sense front, Active Safety Brake oder FCA genannt.
Spurhalteassistent
Hält das Fahrzeug aktiv in der Spur, indem er bei Abkommen sanft gegenlenkt. Die einfachere
Variante (Lane Departure Warning) warnt nur, die aktive Variante (Lane Keeping Assist) lenkt mit.
Adaptiver Tempomat (ACC)
Hält nicht nur das eingestellte Tempo, sondern auch automatisch den Abstand zum Vordermann —
bis zum Stillstand und wieder an. Im Stau besonders entlastend.
Verkehrszeichenerkennung
Liest Tempolimits und Verbotsschilder per Kamera und zeigt sie im Display an. In Verbindung
mit dem Tempomaten kann das Tempo automatisch angepasst werden.
Aufmerksamkeitsassistent (Müdigkeitswarner)
Analysiert Lenkverhalten und Fahrmuster und warnt bei nachlassender Konzentration mit einem
Pausen-Hinweis.
Toter-Winkel-Warner (Blind Spot Monitoring)
Überwacht per Radar den toten Winkel und warnt — meist über ein Symbol im Außenspiegel —
vor Fahrzeugen beim Spurwechsel.
Spurwechselassistent
Geht über die reine Warnung hinaus und unterstützt den Spurwechsel aktiv, wenn die Nachbarspur
frei ist.
Querverkehrswarner (Rear Cross Traffic Alert)
Warnt beim Rückwärts-Ausparken vor querendem Verkehr, den der Fahrer noch nicht sehen kann —
und bremst bei Bedarf automatisch.
Autobahn-/Stauassistent (Level 2)
Kombiniert adaptiven Tempomaten und aktive Spurführung zu teilautomatisiertem Fahren: Das Auto
hält Spur, Abstand und Tempo selbst — der Fahrer bleibt jederzeit verantwortlich und muss die
Hände am Lenkrad lassen. Je nach Marke Travel Assist, Highway Assist oder
Highway Driving Assist.
Parken & Rangieren
Einparkhilfe (Parkpilot)
Akustische und optische Abstandswarnung über Ultraschall — hinten oder rundum (vorne und hinten).
Rückfahrkamera
Zeigt den Bereich hinter dem Fahrzeug auf dem Display, meist mit eingeblendeten Hilfslinien.
360°-Kamera (Surround View)
Mehrere Kameras erzeugen eine Vogelperspektive rund ums Auto — ideal in engen Parklücken und
Einfahrten. Nicht zu verwechseln mit reinen Parksensoren.
Passive Sicherheit
Euro-NCAP-Bewertung
Der unabhängige Crashtest bewertet Fahrzeuge mit bis zu fünf Sternen. Dahinter stehen vier
Teilwertungen in Prozent: Insassenschutz Erwachsene, Insassenschutz Kinder, Schutz ungeschützter
Verkehrsteilnehmer und Sicherheitsassistenz. Fünf Sterne bedeuten Spitzenwerte in allen vier
Bereichen.
Airbags
Die Anzahl reicht typischerweise von Front- und Seitenairbags bis zu durchgehenden
Kopf-/Seiten-Curtain-Airbags über beide Sitzreihen. Mehr Airbags bedeuten mehr abgedeckte
Aufprallzonen.
Side-Curtain-Airbags
Vorhang-Airbags, die sich bei einem Seitenaufprall entlang der Fenster über vordere und hintere
Sitzreihe entfalten und den Kopfbereich schützen.
ISOFIX-Kindersitzbefestigung
Genormte Befestigungspunkte für Kindersitze ohne Gurt. Standard sind zwei Plätze auf der Rückbank;
manche Modelle bieten zusätzlich ISOFIX auf dem Beifahrersitz (mit abschaltbarem Airbag).
eCall — automatischer Notruf
Bei einem schweren Unfall setzt das Fahrzeug selbstständig einen Notruf ab und übermittelt den
Standort. In der EU seit 2018 für Neuwagen Pflicht.
Welche dieser Systeme an Bord sind, steht bei jedem Modell konkret im
Abschnitt „Assistenz & Sicherheit“ der Fahrzeugseite.
