Seit dem 19. Mai 2026 läuft die neue E-Auto-Förderung, und mit der BAFA-Statistik zum Stand 1. August liegen erstmals belastbare Zahlen vor: Wer bekommt die Förderung, welche Autos werden gefördert – und wie lange reicht das Budget? Wir haben die offiziellen Daten ausgewertet und mit unseren eigenen Prognosen abgeglichen.
Kurz & knapp
- 26.875 Bewilligungen und rund 117 Mio. € ausgezahlte Fördermittel in den ersten zweieinhalb Monaten – das entspricht hochgerechnet etwa 132.000 Anträgen pro Jahr.
- Das rechnerisch günstigste geförderte Auto ist der Citroën ë-C3: Weil Citroën die staatliche Förderung bis 30.09.2026 mit einem eigenen Bonus verdoppelt, sinkt der Einstieg auf effektiv rund 8.100 €. Beim Dacia Spring sind es mit Maximalförderung 10.900 €.
- Am anderen Ende wurden Einzelstücke wie ein Mercedes G 580 und ein BMW i7 gefördert – denn eine Fahrzeug-Preisgrenze gibt es nicht, nur Einkommensgrenzen.
- Meistgefördertes Modell ist das Tesla Model Y (3.067), die Skoda-Elroq-Familie ist mit zusammen 2.148 Bewilligungen die Nummer 1 abseits von Tesla.
- Das Budget reicht nach dem bisherigen Bewilligungstempo mehrere Jahre – unser konservatives Szenario von vor dem Förderstart trifft die realen Zahlen fast auf den Punkt.
Die Bilanz nach zweieinhalb Monaten
Von den 26.875 Bewilligungen entfallen 24.794 auf reine Elektroautos (BEV) und nur 2.081 auf Plug-in-Hybride – die Förderung ist in der Praxis ein BEV-Programm. Bemerkenswert ist die Aufteilung nach Erwerbsart: Kauf und Leasing liegen mit 13.689 zu 13.186 praktisch gleichauf. Für einen reinen Privatkunden-Topf ist das ein ungewöhnlich hoher Leasing-Anteil.
Auch das Sozialprofil ist eindeutig: Fast die Hälfte aller Bewilligungen (rund 49 %) geht an Haushalte mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen bis 45.000 € – also an die Gruppe mit den höchsten Fördersätzen von 5.000 bis 6.000 €. Nur gut 3 % der Anträge liegen über 80.000 € (möglich mit Kindern). Die Förderung erreicht damit genau die Zielgruppe, für die sie gedacht war. Über ein Drittel der geförderten Haushalte hat Kinder, ein Viertel sogar zwei oder mehr.
Die günstigsten geförderten Elektroautos
Das Volumen der Förderung spielt sich im Kleinwagen-Segment ab. Rechnet man die Fördersätze gegen, entstehen Neuwagenpreise, die es so seit Jahren nicht gab (Standardförderung 5.000 €, mit zwei Kindern und niedrigem Einkommen bis 6.000 €):
- Dacia Spring – Listenpreis ab 16.900 €, nach Förderung effektiv 10.900 bis 11.900 € (422 Bewilligungen). Die Maximalförderung deckt hier über ein Drittel des Kaufpreises.
- Leapmotor T03 – ab 18.900 €, effektiv 12.900 bis 13.900 € (754 Bewilligungen)
- Citroën ë-C3 – ab 20.140 €, effektiv ab rund 14.100 € (620 Bewilligungen). Der Sonderfall: Citroën verdoppelt die staatliche Förderung mit einem eigenen Bonus von bis zu 6.000 € (befristet bis 30.09.2026) – damit rutscht der ë-C3 auf effektiv rund 8.100 bis 10.100 € und ist das günstigste geförderte Elektroauto überhaupt
- BYD Dolphin Surf – ab 23.490 €, effektiv ab rund 17.500 € (440 Bewilligungen)
- Hyundai Inster – ab 24.650 €, effektiv ab rund 18.700 € – mit 1.092 Bewilligungen das erfolgreichste Modell im Budget-Segment und Platz 3 der gesamten Statistik
- Fiat 500e und Fiat Grande Panda – ab 24.990 €, effektiv ab rund 19.000 € (647 bzw. 246 Bewilligungen)
Zusammengenommen entfallen rund 16 % aller Bewilligungen auf Modelle mit einem Einstiegspreis unter 25.000 €. Eine laufend aktualisierte Übersicht günstiger Modelle finden Sie in unserem Beitrag E-Autos unter 25.000 €.
Die teuersten geförderten Elektroautos
Die Förderrichtlinie kennt Einkommensgrenzen, aber keine Preisgrenze für das Fahrzeug. Entsprechend tauchen in der Statistik auch Fahrzeuge auf, bei denen die Förderung eher symbolischen Charakter hat:
- 1× BMW iX M70 xDrive und 1× Mercedes G 580 – beide über 140.000 € Listenpreis, die Förderung deckt hier rund 3,5 % des Kaufpreises
- 2× BMW i7 eDrive50 (rund 115.000 €)
- je 1× Porsche Taycan GTS und Taycan 4S, 1× Audi S e-tron GT, 1× Mercedes EQS 450+
- 33× Porsche Macan in verschiedenen Varianten (87.000 bis 117.000 €)
- 1× BMW XM 50e – als Plug-in-Hybrid mit maximal 4.500 € gefördert, bei rund 124.000 € Listenpreis
In Summe bleiben diese Fälle die absolute Ausnahme: Alle Fahrzeuge oberhalb von etwa 80.000 € zusammen machen unter 0,5 % der Bewilligungen aus. Möglich sind sie, weil das zu versteuernde Haushaltseinkommen zählt – nicht das Vermögen.
Die meistgeförderten Modelle
An der Spitze der Modellstatistik steht das Tesla Model Y mit 3.067 Bewilligungen, gefolgt vom Model 3 (1.517) und dem Hyundai Inster (1.092). Dahinter wird es interessant: Die drei Akku-Varianten des Skoda Elroq belegen die Plätze 5, 8 und 10 – zusammen mit Elroq RS und 85x kommt die Baureihe auf 2.148 Bewilligungen und ist damit das meistgeförderte Modell abseits von Tesla. Details zum Fahrzeug im Vergleich Elroq gegen Kia EV3.
Auffällig ist auch, was fehlt: VW kommt als Marke trotz höchstem Marktanteil bei den Neuzulassungen nur auf 1.473 Bewilligungen – und davon entfallen rund zwei Drittel allein auf den ID.3. Das liegt allerdings weniger an der Nachfrage als am Timing: Die günstigen Volumenmodelle ID. Polo und ID. Cross sind nach mehrfach verschobenem Marktstart erst seit Kurzem bestellbar – und weil der Förderantrag erst nach der Erstzulassung gestellt werden kann, taucht VW bislang nur mit den teureren ID-Modellen in der Statistik auf. Erst ab September/Oktober, wenn die ersten Auslieferungen laufen, dürften diese Zahlen anziehen. Welches Potenzial ein bezahlbarer Kleinwagen in dieser Statistik hat, zeigt der Hyundai Inster mit seinen 1.092 Bewilligungen schon heute. Der Kia EV3 (577), der Renault 5 E-Tech (524) und der Cupra Born (500) runden das Spitzenfeld ab.
Wie viele Elektroautos werden überhaupt gefördert?
Oft übersehen: Antragsberechtigt sind alle förderfähigen Fahrzeuge, die seit dem 1. Januar 2026 erstmals zugelassen wurden – nicht erst seit dem Programmstart am 19. Mai. Die 26.875 Bewilligungen enthalten also auch nachträgliche Anträge für Zulassungen aus dem Frühjahr.
Setzt man sie ins Verhältnis: Von Januar bis Juli wurden 446.615 reine Elektroautos neu zugelassen, die 24.794 BEV-Bewilligungen entsprechen damit rund 6 % aller BEV-Neuzulassungen seit Jahresbeginn. Da aber nur gut ein Drittel der Neuzulassungen auf Privatpersonen entfällt und allein diese antragsberechtigt sind, wird grob jede sechste private BEV-Neuzulassung bereits gefördert – Tendenz steigend, denn viele Zulassungen aus Juni und Juli stecken noch in der Antrags- und Bearbeitungsphase. Bei Tesla, wo alle Zulassungen auf reine Elektroautos entfallen, entspricht die Zahl der Bewilligungen schon heute etwa jeder siebten Neuzulassung seit Jahresbeginn – über alle Haltergruppen hinweg.
Reicht das Budget? Unsere Prognose im Realitätscheck
Vor dem Förderstart haben wir auf unserer Förderseite drei Szenarien durchgerechnet, wie lange die 3 Milliarden Euro reichen. Jetzt lässt sich erstmals prüfen, welches Szenario die Realität trifft:
- Unser Basis-Szenario (Zulassungszahlen wie 2025): rund 131.500 Anträge und 535 Mio. € Fördervolumen pro Jahr – Budget reicht rund 5,6 Jahre
- Wachstums-Szenario: rund 293.000 Anträge pro Jahr – Budget reicht etwa 2,6 Jahre
- Extrem-Szenario: 375.000 Anträge pro Jahr – Budget nach gut 1,6 Jahren erschöpft
Die realen Zahlen: 26.875 Bewilligungen in 74 Tagen entsprechen etwa 132.600 pro Jahr – eine Abweichung von unter 1 % zu unserem Basis-Szenario. Die Probe aufs Exempel bestätigt das: Rechnet man die tatsächlichen Zulassungszahlen mit den Szenario-Annahmen durch (hochgerechnet rund 766.000 BEV pro Jahr, davon gut ein Drittel privat, jede zweite davon mit Antrag), landet man bei rund 138.000 Anträgen pro Jahr – derselben Größenordnung. Auch das ausgezahlte Volumen (hochgerechnet rund 577 Mio. € pro Jahr) und die durchschnittliche Förderhöhe (4.353 € je Antrag) liegen fast exakt auf unserer damaligen Rechnung. Beim aktuellen Bewilligungstempo reicht das Budget also über fünf Jahre – deutlich länger als die geplante Programmlaufzeit bis 2029.
Eine Einordnung gehört dazu: Die Monatsstatistik weist nur abschließend bewilligte Anträge aus. Nach BAFA-Angaben waren zum gleichen Zeitpunkt bereits rund 100.000 Anträge eingegangen – etwa das 3,7-Fache der Bewilligungen. Wie viele davon die Prüfung bestehen, ist offen; je mehr durchgehen, desto kürzer die Reichweite des Budgets – dann eher drei bis vier Jahre statt über fünf. An der Kernaussage ändert das nichts: Ein Engpass ist auf absehbare Zeit nicht in Sicht.
Das Spannende daran: Der E-Auto-Markt selbst wächst viel schneller, als das Basis-Szenario unterstellt. Im Juli wurden 78.609 reine Elektroautos neu zugelassen, 61,7 % mehr als im Vorjahr. Dass die Antragszahlen trotzdem moderat bleiben, liegt daran, dass dieses Wachstum überwiegend gewerblich ist – im Juli waren 63 % aller Neuzulassungen gewerbliche Halter, und die sind nicht antragsberechtigt. Wer sich Zeit lassen will mit der Kaufentscheidung, kann das nach jetzigem Stand entspannt tun.
Häufige Fragen
Gibt es eine Preisgrenze für das geförderte Fahrzeug?
Nein. Anders als bei der früheren Kaufprämie gibt es keine Obergrenze für den Fahrzeugpreis. Entscheidend sind allein das zu versteuernde Haushaltseinkommen (bis 80.000 €, mit Kindern bis 90.000 €), die private Halterschaft und die Erstzulassung in Deutschland.
Wie hoch ist die Förderung genau?
Für reine Elektroautos zwischen 3.000 und 6.000 €, gestaffelt nach Einkommen und Kinderzahl. Plug-in-Hybride erhalten jeweils die Hälfte. Alle Stufen und Voraussetzungen finden Sie auf unserer Förderseite.
Welches Elektroauto ist nach Förderung am günstigsten?
Unter den Volumenmodellen der Dacia Spring mit effektiv ab rund 10.900 €, gefolgt von Leapmotor T03 (ab ca. 12.900 €) und Citroën ë-C3 (ab ca. 14.100 €). Rechnen Sie mit dem für Ihr Einkommen gültigen Fördersatz – die Spannen oben zeigen Standard- bis Maximalförderung.
Gilt die Förderung auch für Leasing?
Ja, mit denselben Beträgen und Bedingungen – die Statistik zeigt, dass fast jede zweite Bewilligung auf ein Leasingfahrzeug entfällt. Das Fahrzeug muss 36 Monate auf den Leasingnehmer zugelassen bleiben.
Wann ist das Fördergeld voraussichtlich aufgebraucht?
Nach dem bisherigen Bewilligungstempo reicht das Budget von 3 Milliarden Euro rechnerisch über fünf Jahre; bezieht man die eingegangenen, noch nicht bewilligten Anträge ein, eher drei bis vier Jahre. In beiden Fällen ist auf absehbare Zeit kein Engpass zu erwarten. Eine Garantie gibt es nicht – die Bewilligung steht unter dem Vorbehalt verfügbarer Haushaltsmittel. Unsere laufend aktualisierte Einschätzung finden Sie hier.
Werden Plug-in-Hybride noch nennenswert gefördert?
Kaum. Nur knapp 8 % der Bewilligungen entfallen auf Plug-in-Hybride, obwohl sie über 11 % der Neuzulassungen stellen. Wer förderberechtigt ist, entscheidet sich fast immer für ein reines Elektroauto.
Gilt die Förderung rückwirkend?
Ja. Antragsberechtigt sind alle förderfähigen Fahrzeuge mit Erstzulassung ab dem 1. Januar 2026 – auch wenn der Kauf vor dem Programmstart am 19. Mai lag. Wer sein E-Auto im Frühjahr zugelassen hat und die Einkommensgrenzen erfüllt, kann den Antrag jetzt noch stellen.
Kann ich die Förderung für ein bereits bestelltes Auto beantragen?
Der Antrag wird nach der Erstzulassung gestellt. Entscheidend ist, dass das Fahrzeug erstmals und auf Sie in Deutschland zugelassen wird – Tageszulassungen sind ausgeschlossen. Details und Unterstützung bei der Antragstellung, auch per Vollmacht, finden Sie auf unserer Förderseite.
Fazit
Die erste BAFA-Bilanz bestätigt: Die Förderung funktioniert, kommt bei der Zielgruppe an und wird vor allem für bezahlbare Autos genutzt. Das Budget ist beim aktuellen Tempo kein Engpass. Wenn Sie prüfen möchten, welches Modell mit Förderung für Sie am günstigsten kommt, sprechen Sie uns an – oder stöbern Sie direkt im E-Auto-Shop.