Die Elektroautofibel

Alles was Sie für den Einstieg in die Elektromobilität wissen müssen.

Beim Thema „Elektroautos“ stellen sich oft viele Fragen. Mit dieser Fibel wollen wir auf die wichtigsten Punkte zu diesem Thema eingehen.

Reicht die Reichweite?

Die Frage, die jeder Elektroautofahrer als erstes und am häufigsten hört ist, wie sich zeigen wird, die im Alltag unbedeutendste. Warum werden Sie jetzt erfahren.

Am einfachsten lässt sich die Frage nach der Reichweite beantworten, indem wir uns den tatsächlichen Streckenbedarf ansehen. Die durchschnittliche tägliche Fahrstrecke in Deutschland beträgt um die 40 km. Jeder, der in und um einer der großen Metropolen in Deutschland lebt und täglich zur Arbeit fährt, wird bestätigen, dass er meistens von Menschen umgeben ist, die aus dem gleichen Kreis kommen. Nur wenige kommen mit dem Auto aus anderen Regionen. Der Hauptstrom auf deutschen Straßen geht von den Vorstädten in die Metropolen und zurück. Wenn man jetzt weiter betrachtet, wie es bei den Menschen steht, die längere Strecken fahren, dann zeigt sich, dass über 88 % aller Deutschen weniger als 70 km am Tag fahren.

In dieser Tabelle sehen Sie, dass selbst unter den widrigsten Bedingungen die heutigen Elektroautos mindesten 80 km Reichweite besitzen.

Alle Angaben sind ausgehend von den Mindestreichweiten der Fahrzeuge. Die Kilometerangabe der Gruppe ist die Mindestreichweite für diese Gruppe, die tatsächliche Reichweite der Fahrzeuge wird aber nach rechts gehend größer, so hat in der 100 km Gruppe, der i3 60 Ah, 115 km und der neue Ford Focus Electric, 135 km.

Reichweitengruppen

Das heißt also, dass wir mit den einfachsten Elektroautos 88 % der Bevölkerung versorgen können.

In der oberen Tabelle sehen Sie, dass die meisten Elektroautos eine viel größere Reichweite als 80 km besitzen.

In der unteren Karte sehen Sie die Reichweite als Kreise um einen Standort. Hier ist der Radius aber so gewählt, dass Sie mit einer Ladung immer noch zurückkommen, ohne zwischenzeitlich laden zu müssen.

 

Die Karte zeigt die Reichweiten von verschiedenen Elektroautos als Radius der Kreise ausgehen von Troisdorf (zwischen Köln und Bonn in NRW). Der kleinste Kreis hat einen Radius von 40 km, um die Strecke zu zeigen, die in Deutschland durchschnittlich pro Tag gefahren wird. Danach folgen Kreise mit den Radien 80 km, 100 km, 150 km, 170 km und 200 km. Der größte Kreis zeigt die Mindestreichweite eines Teslas. Die Karte Ausschnitt der Europakarte kommt von http://d-maps.com/index.php?lang=de und die Kreise sind eigenes Werk von Ludego.

Reisen

Sie werden aber auch ab und zu in den Urlaub fahren oder auch einmal Verwandte oder Freunde besuchen, die etwas weiter weg wohnen. Hierzu nehmen wir noch einmal eine Karte auf der die gesamte Reichweite der Fahrzeuge als Radius verwendet wurde. Da wir davon ausgehen, dass Sie keine 150 km fahren, um dann nur 5 Min vor Ort zu bleiben, können Sie während Ihres Besuches das Fahrzeug in Ruhe laden lassen und anschließend zurückfahren. Wie und wo das Laden dann stattfindet, werden wir im nächsten Kapitel erklären.

 

Die Karte zeigt die gesamte Reichweite von verschiedenen Elektroautos als Radius der Kreise ausgehen von Troisdorf (zwischen Köln und Bonn in NRW). Der kleinste Kreis hat einen Radius von 40 km um die Strecke zu zeigen, die in Deutschland durchschnittlich pro Tag gefahren wird. Danach folgen Kreise mit den Radien 80 km, 100 km, 150 km, 170 km und 200 km. Der größte Kreis zeigt die Reichweite eines Teslas. Die Karte Ausschnitt der Europakarte kommt von http://d-maps.com/index.php?lang=de und die Kreise sind eigenes Werk von Ludego.

Wenn Sie einmal weiter fahren wollen als die Reichweite Ihres Fahrzeuges, gibt es 2 Möglichkeiten:

Mobilitätsgarantie:

Viele Autohersteller bieten Ihren Kunden die Option entweder -wie beispielsweise bei VW- 30 Tage ein Ersatzfahrzeug für längere Strecken, z. B. den Jahresurlaub zu erhalten, oder -wie bei Renault- Mietwagen zu günstigeren Konditionen zu bekommen.

Routenplaner:

Die meisten längeren Strecken lassen sich aber auch einfach und mit der Hilfe von diversen Routenplaner erledigen. Diese erlauben es Ihnen, Ihre Strecke so zu wählen, dass Sie nach 2 Stunden Fahrt eine kurze Pause einlegen können, um zu laden und dann entspannt weiter zu fahren. Wir empfehlen den Routenplaner von Goingelectric, (Link) hier kann man sein Fahrzeug wählen und bekommt alle Information, die man braucht. Unter anderem auch alles zu den Voraussetzungen für das Freischalten bestimmter Säulen. Auf dieser Seite finden Sie ebenfalls eine umfangreiche Karte der in Deutschland verfügbaren Ladepunkte. Wer noch unsicher über sein Reichweitenbedürfnis ist, dem empfehlen wir eine Broschüre des Österreichische Automobil-, Motorrad- und Touring Club (kurz ÖAMTC) (Link). Hier finden Sie auf Seite 14 eine Tabelle, in der Sie Ihre Fahrten sowie deren Häufigkeit eintragen können, um zu prüfen, welche Strecke Sie benötigen. Abschließend ist zum Thema „Reichweite“ zu sagen, für die 88 % zu denen Sie vermutlich gehören ändert sich bis auf etwas längere Toilettenpausen während des Jahresurlaubs nichts und Ihrem Elektroauto steht trotz kleiner Reichweitenwerte kein angebliches Reichweitenproblem im Weg. Wer aber täglich zwischen München und Hamburg pendelt oder regelmäßig längere Strecken zurücklegen muss, für den stellt zur Zeit leider nur Tesla eine mögliche Alternative dar. Dafür macht sich bei großen Stecken dann die Einsparungen bei Sprit und Wartung besonders bemerkbar. Außerdem hat das Elektroauto gerade bei privat und Geschäftsreisen in die Beneluxstaaten oder in andere Metropolen den Vorteil, dass Sie einfacher, günstiger und zentraler einen Parkplatz bekommen.

Sollten Sie weitere Fragen haben können Sie auch uns anschreiben, wir beraten Sie gerne zu allen Themen. Entweder per Mail an Info@ludego.com oder in unserem Kontaktformular.

Das nachfolgende Thema wird für Sie als zukünftigen Elektroautofahrer relevanter sein als die Reichweite:

Laden: wie und wo?

 

By Wouter.robers (Own work) [Public domain], via Wikimedia Commons
Jeder, der sich mit dem Kauf eines Elektroautos beschäftigt wird früher oder später mit dem Thema „Laden“ konfrontiert. Beim Laden zeigt sich der größte Unterschied des Elektroautos zu einem gewöhnlichen Verbrenner. Auf der Fahrt zu Tankstelle und während des Tankvorgang können Sie nichts weiter erledigen. Dagegen wird ein Elektroauto in fast 100 % der Zeit nur dann geladen, wenn Ihr Fahrzeug sowieso steht und so können Sie sich wichtigeren Dingen zuwenden, als dem Betanken Ihres Fahrzeuges. Während Sie gerade diesen Text lesen wird Ihr Auto vermutlich gerade parken und es könnte jetzt auch geladen werden.

Außerdem bei Ihrem Diesel oder Benziner sind Sie auf eine Tankstelle angewiesen, deren Preise sich nach Gutdünken ändern. Strom gibt es theoretisch an jeder Steckdose und im Falle einer PV-Anlage oder einer der vielen kostenlosen Ladesäulen, sogar gratis.

Wir haben zurzeit 3 verschiedene Arten von Lademöglichkeiten: privat, halböffentlich und öffentlich.

Die private Lademöglichkeit:

Bei der privaten Lademöglichkeit sprechen wir von der Möglichkeit, eine Steckdose oder Wall-Boxe in der Garage oder am Carport zu installieren und zu nutzen. Steht Ihnen eine private Lademöglichkeit zur Verfügung müssen Sie bis auf das Prüfen der Anschlüsse und die Installation der Wall-Box nichts weiter beachten. Sie kommen nach Hause, stecken Ihr Fahrzeug ein und fertig. Dieser Vorgang dauert keine 5 Sekunden. Verfügen Sie zusätzlich noch über eine PV-Anlage können Sie sich sogar selbst versorgen. Weitere Informationen finden Sie hier bzw. im Kapitel zuhause laden.

Da aber nicht jeder über ein Haus mit oder ohne PV-Anlage verfügt, kommen wir nun zu den Möglichkeiten, die Sie haben, falls Sie zu der als „Laternenparker“ bekannten Gruppe gehören und über keinen festen Parkplatz verfügen. Auch hier gibt es Möglichkeiten Ihr Fahrzeug zu laden.

Die halböffentliche Lademöglichkeit:

Bei der halböffentlichen Lademöglichkeit handelt es sich um Lademöglichkeiten, die Sie auf der Arbeit haben. Nach dem Parken zuhause, ist der Arbeitsplatz der Ort, wo das Fahrzeug am längsten steht und auch hier wieder geladen werden kann. Für das Laden am Arbeitsplatz muss der Arbeitgeber natürlich die Infrastruktur zur Verfügung stellen. Bei Firmen, die im produzierenden Bereich arbeiten ist diese meist schon vorhanden. Wir helfen Ihnen aber gerne Ihren Arbeitgeber davon zu überzeugen Ihnen eine Ladeinfrastruktur zur Verfügung zu stellen. Gerade Firmen mit eigenem Fuhrpark sind in den nächsten Jahren gezwungen sich auf die Installation eigener Infrastruktur einzulassen, nicht nur für Ihre Fahrzeuge und Mitarbeiter, sondern auch weil immer mehr Kunden nach einer Lademöglichkeit fragen werden. Außerdem gibt es diverse Steuervorteile für Elektroautos und Ladeinfrastruktur. So ist es seit 2017 möglich, beim Arbeitgeber kostenlos zu laden, ohne dass ein geldwerter Vorteil ersteht. Weitere Information finden Sie im Kapitel Laden im Unternehmen. Sollten Sie nun aber weder auf Ihrem Grundstück noch auf der Arbeit laden können gibt es noch eine weitere Möglichkeit für Sie.

Die öffentliche Lademöglichkeit:

Sobald Sie weitere Strecken fahren oder über keine Möglichkeit verfügen woanders, als an öffentlichen Ladesäulen zu laden, werden Sie eine öffentliche Ladesäule nutzen.

Es gibt 2 Arten von öffentlichen Lademöglichkeiten:

Die Schnellladesäule mit Gleichstrom

 

Schnellladesäule von T&R, mit CHaDeMO, CCS und Typ 2 Anschluss. ChaDeMo und CCS liefern 50 kW Leistung Gleichstrom. Typ2 liefert 43 kW Leistung Wechselstrom.

Diese Säule werden Sie nutzen, wenn Sie weitere Strecken fahren werden als Ihre Akkureichweite es ermöglicht. An Schnellladesäulen wird Ihr Fahrzeug mit Gleichstrom und höherer Leistung geladen. Damit können Sie bei den meisten Fahrzeugen in 30 Min mit 50 kW Gleichstrom zu 80% laden und anschließend weiter fahren. Diese Säulen befinden sich hauptsächlich an Raststätten oder größeren Ladeplätzen, da diese fast ausschließlich für das Laden bei längeren Strecken genutzt werden müssen.

Die Standartladesäule

 

Öffentliche Typ 2 Ladesäule, dieses Beispiel liefert 2 Anschlüsse für jeweils 22 kW Leistung Wechselstrom

Diese Säulen werden Sie immer öfters an zentralen Punkten oder größeren Parkplätzen finden. Mit ihr können Sie bis zu 22 kW Wechselstrom laden. Diese Säulen laden langsamer aber sind hauptsächlich für das Laden während anderer Tätigkeiten zum Beispiel Einkaufen, Essen, Sport oder Freizeit, gedacht. Nach 1–2 Stunden, je nach Fahrzeug, haben Sie, ihre täglich benötigte Reichweite, nebenbei wieder geladen.

Anders als bei den privaten und halböffentlichen Lademöglichkeiten müssen öffentliche Lademöglichkeiten vor dem Laden freigeschaltet werden. Wie dies funktioniert erfahren Sie nun hier.

Freischalten von Ladesäulen

Egal, ob kostenlos oder mit Gebühren, Ladesäulen müssen freigeschaltet werden.

Hier gibt es 3 Möglichkeiten eine Ladesäule freizuschalten:

Die Ladekarte oder der Ladechip mit RFID-Chip

 

QR-Code und Fläche für RFID-Chip

Viele Betreiber wie zum Beispiel die Stadtwerke geben Ladekarten für ihre Säulen aus. Diese enthalten einen RFID-Chip, mit welchem sich dann die Ladesäulen des jeweiligen Betreibers freischalten lassen. Daneben gibt es noch Roaming-Betreiber, wie The New Motion und Plugsurfing. Mit Karten oder Chips dieser Betreiber lassen sich sämtliche Säulen dieses Verbunds freischalten. Auch die Stadtwerke sind in einem Verbund der „ladenetz“ heißt verbunden. Hier können Sie mit Ihrer Stadtwerkekarte an Säulen anderer teilnehmender Stadtwerke laden. Diese Möglichkeit der Freischaltung ist die häufigste, weshalb wir von Ludego auch zu jedem Elektroauto die Karten der beiden größten Roaming-Betreiber mitliefern, sowie die Karte Ihres örtlichen Versorgers.

Lade-Apps oder Telefonfreischaltung

 

Öffentliche Innogy-Säule: Anleitung zur Freischaltung per App

Manche Ladesäulen wie z. B. die Säulen von Innogy lassen sich nur über eine Innogy-App oder aber über eine Telefonnummer, die sich auf der Säule befindet, freischalten. Diese Methode hat den Vorteil, dass man keine Karten benötigt und sein Smartphone meistens zur Hand hat. Aber leider ist die App zurzeit nicht auf Windows Smartphones nutzbar.

Giropay

Bei der Giropay-Methode nutzt man einfach seine Girokarte, um die Säule freizuschalten. Die Giropay-Methode wäre die einfachste Methode. Fast alle Girokarten lassen sich von Ihrer Bank für Giropay freischalten. Leider gibt es noch sehr wenige Betreiber, die diese Methode anbieten aber durch die neue Förderung für Ladesäulen wird die Zahl der Ladesäulen, die auch über Giropay freischaltbar sind steigen, da die Förderung vorschreibt, dass sich Säulen auch ohne Anmeldung nutzen lassen müssen: Entweder über Giropay oder über eine Hotline, welche sich auf der Säule befindet.

Zurzeit ist es empfehlenswert, die Karten der beiden Roaminganbieter sowie die Karte Ihres örtlichen Stromversorgers zu besitzen. Für Menschen, die eine große Anzahl Innogy Säulen auf Ihren Strecken haben, ist auch das Installieren der Innogy-App nicht unvorteilhaft.

Auch hier kann ich wieder das Goingelectric Forum empfehlen. Auf dessen Seiten gibt es eine Karte, die alle Ladesäulen in Deutschland zeigt und unter Details auch Hinweise über die Freischaltungsmöglichkeiten gibt: Zur Karte

Abschließend müssen wir noch darauf hinweisen, dass die Tarife je nach Betreiber und Roaminganbieter der Säule variieren können. Gerade im Bereich Berlin ist der Betreiber Allego hier eher negativ aufgefallen, welcher sowohl ein für die meisten Elektroautos ungünstiges Abrechnungssystem nutzt, als auch höhere Preise als die Mitbewerber hat.

Daher empfiehlt es sich vorher online die Preise der Säulen zu prüfen, da die Preise noch nicht regelmäßig auf den Säulen angegeben werden. Sowohl bei „The New Motion“ als auch bei „Plugsurfing“ können Sie, aber immer sehen was die Ladung an der gewählten Säule kosten würde. Hier beraten wir Sie gerne, welches die günstigste Variante für Sie ist.

Nachdem wir nun wissen, wie wir die Ladesäulen freischalten, werden wir uns mit der Verbindung zwischen Säule und Auto befassen. Auch hier gilt: Es ist einfacher, als es zunächst aussieht.

 

Ladekabel und Anschlüsse

Bevor wir auf die Anschlussarten und Ladekabel eingehen, machen wir einen kleinen Exkurs über die Stromarten, mit denen wir die Elektroautos laden können. Wir haben die Möglichkeit mit Einphasenwechselstrom (dem normalem Haushaltsstrom) zu laden, mit Dreiphasenwechselstrom (der Starkstrom aus den roten Steckern) oder Gleichstrom.

Einphasenwechselstrom (Haushaltstrom)

 

Die 3 Kabel in einer Haushaltsleitung, eine stromführenden Ader aus einer der 3 Phase des Hausanschlusses mit 230V, Kabelfarbe braun oder schwarz, einen Nullleiter blau, und einem Schutzleiter gelb/grün. By Widar23 (Own work) [CC BY-SA 4.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], via Wikimedia Commons
Unter Haushaltsstrom fassen wir den Strom zusammen, der aus der normalen Haushaltsteckdose kommt. 1-Phasig 230V 16A, macht 3,7 kW Leistung, mit der Sie theoretisch an einer Haushaltsteckdose laden könnten. Aber leider sind die normalen Steckdosen nicht auf eine dauerhafte Belastung von mehr als 10A, also 2,3 kW ausgelegt, denn Sie Staubsaugen ja normalerweise keine 4-5 Stunden. So können die Haushaltsteckdosen nur  unter bestimmten Voraussetzungen und sonst nur als Notladelösung gesehen werden. Wie und wann Sie trotzdem gefahrlos über die Haushaltsteckdose laden können, werden wir bei dieser Kabelart besprechen.

Dreiphasenwechselstrom (Starkstrom)

 

Dreiphasenwechselstrom, auch Starkstrom oder Baustrom genannt. Hier haben wir wieder den Schutzleiter gelb/grün, den Nullleiter blau, und die 3 Adern die jeweils eine Phase führen. Jede der 3 Phasen hat 230V und zusammen liefern diese 3 Phasen 400V, über eine Wellenfunktion.By Bahntech (Eigenes Foto=Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons
Dreiphasenwechselstrom, welcher auch Starkstrom oder Baustrom genannt wird, ist der Strom mit dem Häuser in Deutschland versorgt werden. Drehstrom besteht aus 3 Phasen à 230V, die sich über folgenden Formel:multiplizieren lassen.

Dieser Drehstrom kommt an Ihrem Haus an und wird von dort in 3 Leitungen mit je 230V aufgeteilt. So kommen Sie zu Ihrem Haushaltstrom. Je nach Einsatzgebiet hat der Startstrom zwischen 16 und 128A, also 11-85kW, für die meisten Elektroautos interessant sind aber nur 11-22kW. 43kW können Sie nur mit drei Fahrzeugen nutzen von denen aber keines mehr in Deutschland als Neuwagen verkauft wird.

Die ersten beiden Stromarten gehören zum Wechselstrom. Beim Wechselstrom wechselt der Strom mit 50 Hz die Flussrichtung. Da Akkus Elektroautos aber grundsätzlich nur mit Gleichstrom geladen werden können, benötigt das Elektroauto einen Wandler, der den Wechselstrom aus den Säulen in Gleichstrom umwandelt. Hierbei ist der Wandler der limitierende Faktor. Bei unserer letzten Stromart kann der Strom nun direkt in den Akku geladen werden. Deshalb nutzt man Ihn auch für die Schnellladesäulen.

Gleichstrom

Gleichstrom findet sich in den großen Schnellladesäulen. Diese werden mit 50 kW betrieben, können aber bis 150 kW genutzt werden. Hier ist aber der Akku des Fahrzeuges der limitierende Faktor. Bei Gleichstrom fließt der Strom immer nur in eine Richtung. Nur mit Gleichstrom kann der Akku eines Elektroautos direkt geladen werden. Hierfür muss aber erst der Wechselstrom des Stromnetzes in Gleichstrom gewandelt werden, dies geschieht an den Wechselstromsäulen im Wandler im Auto, an der Gleichstromsäule übernimmt dies die Säule. Dadurch und durch die höhere Spannung sind diese Säulen dementsprechend teurer als die normalen Ladesäulen.

Darstellung aller 3 Phasen unseres Dreiphasenwechselstromes.

Phasen

Zum Abschluss müssen wir uns noch mit dem Thema Phasen beschäftigen, da diese Thematik erhebliche Auswirkungen auf die Ladegeschwindigkeit und die Kosten an einer öffentlichen Ladesäule hat.

Wie wir schon erwähnt haben gibt es in Deutschland standardmäßig 3-Phasigen Wechselstrom. Zu erkennen an den 5 Polen in einem Starkstromstecker. Drei dieser Pole liefern jeweils eine Phase der drei Phasen. Die anderen beiden sind die Erdung und der Nullleiter. Für den Haushaltstrom wird nun immer eine der 3 Phasen genommen sowie die Erdung und der Nullleiter. Siehe Dreiphasenwechselstrom

Nun weil es nicht überall auf der Welt das europäische Stromsystem gibt, führt dies dazu, dass Fahrzeuge aus Ländern wie Japan oder Amerika, wo es hauptsächlich 1-Phasigen Strom gibt, auch nur über eine 1-Phasige Lademöglichkeit verfügen. Hier zeigt sich auch, dass der europäische Markt nicht mehr den Stellenwert hat, wie es früher einmal der Fall war. Heutzutage werden Autos für den amerikanischen oder asiatischen Markt gebaut. Für uns bedeutet das, dass Elektroautos an einer 22kW Ladesäule, wenn sie nur 1-Phasig laden, länger brauchen als Elektroautos, die 3-Phasig laden können. So braucht der i3 ohne Schnellladeoption 8 Stunden an einer 11kW Säule während er mit Schnellladeoption nur 3 Stunden bräuchte. Da wir ja schon gesehen haben, dass wir, außer bei längeren Reisen, genug Zeit für das Laden haben, ist das normalerweise kein Problem. Zum Problem wird es allerdings, wenn der Strom nicht nach Menge, sondern nach Zeit abgerechnet wird, dann machen 5 Stunden schon einen gewaltigen Unterschied aus. Sollten Sie zum Beispiel auf das Laden an öffentlichen Ladesäulen wie von Allego angewiesen sein, sollten Sie sich eher für das Fahrzeug entscheiden, welches mehrphasig laden kann oder doch eine kostenlose Ladesäule von Aldi oder einem anderen Anbieter wählen.

Fahrzeuge mit 1-Phasigem Laden:

Nissan Leaf, Nissan e-NV200, Mitsubishi MiEV, Citroën C-Zero, Peugeot iOn, Kia Soul EV, Mitsubishi Outlander Plug-in Hybrid, Ford Focus Electric, Renault Kangoo Z.E., VW e-up, Hyundai IONIQ, Opel Ampera-e

Fahrzeuge mit Option auf mehrphasigem Laden:

Smart forfour (22kW), Smart fortwo (22kW), BMW i3(11kW)

Fahrzeuge mit mehrphasigem Laden:

Renault ZOE (22kW), Mercedes B 250e(11kW), VW e-Golf(2-Phasig, 7,4kW), Tesla Model S, Tesla Model X

 

Nach diesem Exkurs zum Thema Strom und Phasen kommen wir nun zu den Ladekabeln und Anschlussarten.

Der Grund für die Verwirrung bei den Ladekabeln liegt an der Tatsache, dass Sie genannten 3 Arten von Strom laden können und es 4 Anschlussarten (Typ 1, Typ 2, ChaDeMo und CCS) für Ihr Fahrzeug und 4 Anschlussarten (Schuko, Typ 2, Camping und CEE Anschluss) für Ihre Stromquelle gibt. Aber das ist kein Problem, da für Sie immer nur maximal 2 neue Anschlüsse an die Stromquelle, plus die Ihnen bekannte Haushaltsteckdose, relevant sind.

Am einfachsten ist das auf diesem Bild zu verstehen.

 

Kabelsalat?

Kabelsalat?

Hier sehen Sie verschiedene Kabel für Elektrogeräte, die aber alle mit Ihrer Haushaltsteckdose funktionieren, obwohl der Stecker am anderen Ende verschieden ist und in ein jeweils anderes Gerät passt.

Genauso verhält es sich bei den Kabeln für die Elektroautos.

Die Menge der Kombinationsmöglichkeiten sehen Sie hier.

Kommen wir nun erstmal zu den Steckdosen und Steckern für die Stromqellen: (Schuko, Typ 2, Camping und CEE Anschluss)

Die Schukosteckdose

Schukosteckdose

Schukostecker By Chamaeleon (Own work) [Public domain], via Wikimedia Commons
Jedes Elektroauto verfügt über die Möglichkeit an einer normalen Haushaltssteckdose zu laden. Hier müssen aber einige Dinge beachtet werden. Die Ladekabel für Schukosteckdosen werden nicht ohne Grund als Notladekabel bezeichnet. Mit dem Notladekabel verhält es sich ähnlich wie mit dem Ersatzrad im Auto. Diese Kabel sind nur dafür gedacht Ihr Fahrzeug an einer Steckdose zu laden, falls Sie in einer Notsituation dringend Strom brauchen. Ein Elektroauto zieht mehrere Stunden eine hohe Leistung und dafür sind die meisten Haushaltsteckdosen auf Dauer nicht ausgelegt und gerade in alten Häusern fliegt dann gerne schnell die Sicherung heraus. Das Notladekabel ist für die Belastung ausgelegt, aber Ihr Hausanschluss kann bei mehreren folgenden Ladevorgängen zu Problemen führen. Es gibt die Möglichkeit über die Schukosteckdose zu laden, wenn die Leitungen Ihres Hauses dafür ausgelegt sind und wenn Sie die Ladeleistung des Kabels auf 10A reduzieren. Dies lässt sich über sogenannte ICCB-Kabel bewerkstelligen.

ICCB-Kabel

ICCB eines NIssan Leaf’s By J. Hammerschmidt (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons
Dieses Kabel, welches an der Ziegelförmigen Verdickung hinter dem Stromquellenstecker zu erkennen ist, verfügt über die nötigen Steuerungen, die normalerweise die Ladesäule übernimmt.

 

Sollten Sie planen dauerhaft an einer Schukosteckdose zu laden, lassen Sie diese durch einen Elektriker prüfen. Für die Schukosteckdosen, die Sie an öffentlichen Ladesäulen finden gilt dies natürlich nicht, eine eigene Prüfung bei mehrfacher Nutzung ist nur für Hausanschlüsse relevant. Allerdings gibt es noch das Problem, dass das Elektroauto an einer Schukosteckdose die längste Zeit benötigt, um zu laden. Bei den meisten Elektroautos kann das Vollladen hier 12–13 Stunden dauern; nur die kleineren Elektroautos wie C-zero oder Ion benötigen circa 6,5 Stunden Ladedauer an einem Schukoanschluss. Ein weiterer Nachteil des Ladens über die Schukosteckdose ist, dass hier die größten Ladeverluste entstehen. Bei der Übertragung von Strom geht immer etwas von der Energie als Wärme verloren. Dieser Teil ist beim Laden über die Schukosteckdose am größten. Ein weiterer Hinweis zum Schukoladen von einer Renault ZOE: hier sollten Sie darauf achten, dass dieses Kabel auch für die ZOE verwendet werden kann, da es ansonsten konstruktionsbedingt zu Problemen kommen kann.

Typ 2

Typ 2 Anschluss eines Tesla Model S, indentisch mit dem Anschluss einer Typ 2 Ladesäule By Paul Sladen (Own work) [CC0], via Wikimedia Commons
Der Typ 2 Anschluss ist der Standardanschluss für jede öffentliche Ladesäule. Auch alle Wall-Boxen verfügen über einen Typ 2 Anschluss. Der Typ 2 Anschluss ist normalerweise für 3 Phasen ausgelegt. Bei den Kabeln, die Sie vom Hersteller erhalten, können Sie manchmal nur eine der 3 Phasen nutzen, weil auch das entsprechende Fahrzeug des Herstellers nur eine Phase nutzen kann. Auch das ist nur relevant, wenn Sie ein anderes Elektroauto mit Ihrem Kabel laden wollen, welches dann möglicherweise langsamer lädt, als es könnte. General sollten Sie, wenn Sie sich ein zusätzliches Kabel kaufen, immer darauf achten, dass dieses 3-Phasig laden kann. Somit können Sie das Kabel für jedes Elektroauto verwenden. Preislich gibt es keinen Unterschied und 90 % der angebotenen Kabel sind auch 3-Phasig, nur die von den Herstellern mitgelieferten Kabel sind je nach Fahrzeug nur 1-Phasig.

Kommen wir nun zu 2 Stromquellenanschlüssen für die Sie Adapter brauchen.

 

Startstromanschluss mit blauen Schukodosen mit 16A und roten CEE Dosen mit 32A und 64A

 

CEE blau (Campingsteckdose)

Blaue CEE Dose, für 16A abgesichert, anders als die normale Schukodose. By 1-1111 (Own work) [CC BY-SA 4.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], via Wikimedia Commons
Wenn Sie einen Caravan besitzen oder einem Campingplatz besucht haben, kennen Sie vielleicht diese blauen Stecker.

„Campingstecker“ Von Ali@gwc.org.uk – Eigenes Werk, CC BY-SA 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=313447

Bei diesen Steckern handelt sich um CEE blau Stecker für 230V 16A, auch als Campingstecker bekannt. Die Leistung der Stromquellen mit diesem Stecker liegt bei 3,7kW, genau wie bei Ihrem Haushaltsstrom, mit dem Unterschied, dass diese Stecker 3 Pole anstatt wie beim Schukostecker nur 2 besitzen. Dafür sind Sie aber auch darauf ausgelegt, die vollen 16A zu nutzen. Der Schukostecker ist nur auf 10A ausgelegt und dies auch nicht unbedingt für Dauerleistungen wie das Laden von Elektroautos.

Sollten Sie also öfters in Gebieten unterwegs sein, in denen es Campingstecker gibt, empfiehlt es sich ein Kabel mit entsprechendem Adapter zu besorgen. Weitere Informationen zu den Adaptern und Ladekabeln gibt es im Kapitel Ladekabel.

CEE rot (Starkstromsteckdose)

rote CEE Stecker Stephan N at the German language Wikipedia [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)], via Wikimedia Commons
rote CEE Dose Stephan N at the German language Wikipedia [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)], via Wikimedia Commons
Ob Elektroherd, Kreissäge, oder Häcksler. Jeder, der zuhause Geräte betreibt, die mehr Leistung benötigen als die normalen Anschlüsse hergeben, wird eine der roten Starkstromsteckdosen besitzen. Aus diesen Quellen kommt zwischen 16A und 32A mit 400V 3-Phasig, also Strom mit 11-22kW Leistung. Größere Varianten finden Sie auf Baustellen, in Betrieben oder in der Bühnentechnik. Alle diese Anschlüsse liefern den gleichen Strom wie die öffentlichen Ladesäulen, nur dass sie über eine andere Steckdose verfügen. Deshalb gibt es auch hier Adapter, mit denen Sie direkt Ihr Auto laden können. Da gerade die roten Starkstromanschlüsse häufiger vorhanden sind als die normalen öffentlichen Ladesäulen, empfiehlt es sich hier immer ein Kabel zu kaufen, welches über Adapter für CEE rot Anschlüsse verfügt. Über sogenannte intelligente Ladekabel ist es sogar möglich eine Wall-Box zu sparen, da man sich nur eine Starkstromleitung mit CEE rot legen lassen muss und anschließend mit diesem Kabel lädt. Intelligente Ladekabel verfügen, wie die ICCB Kabel, über eine eigene Steuerung und Sicherungen und übernehmen damit die Aufgaben, die sonst die Wall-Box erledigen würde. Mehr Informationen zu den intelligenten Ladekabeln gibt es im Kapitel Ladekabel.

Kommen wir nun zu den Anschlüssen und Steckern für die Fahrzeugseite: (Typ 1, Typ 2, ChaDeMo und CCS)

Typ 1

Typ 1 Stecker Von Michael Hicks / Flickr „mulad“, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=19025533

Typ 1 Anschluss
By Musashi1600 (Own work) [CC BY 3.0 us (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/us/deed.en)], via Wikimedia Commons
Wenn Sie ein Elektroauto von einem Amerikanischen oder asiatischen Hersteller besitzen oder ein älteres Elektroauto haben, werden Sie auf der Fahrzeugseite über einen Typ 1 Anschluss verfügen. Der Grund dafür liegt im Stromnetz der Herkunftsländer. Da dort meist nur 1-Phasiger Strom vorhanden ist, lohnte es sich nicht für die Fahrzeuge Anschlüsse für 3-Phasigen Strom zu installieren. Vor allem, da die Fahrzeuge selbst nur 1-Phasigen Strom nutzen können. Für Sie ist es aber nicht relevant, da Sie mit den mitgelieferten Kabeln immer über einen Stecker verfügen, mit dem Sie an den örtlichen Ladesäulen laden können. Erst, wenn Sie sich zusätzliche Kabel kaufen wollen oder jemandem Ihr Kabel leihen, sollten Sie dies bedenken.

Folgende Fahrzeuge verfügen fahrzeugseitig über einen Typ 1 Anschluss:

USA Hersteller:

Ford Focus Electric,

Asiatische Hersteller:

Nissan Leaf, Nissan e-NV200, Mitsubishi MiEV, Citroën C-Zero, Peugeot iOn, Kia Soul EV, Mitsubishi Outlander Plug-in Hybrid

Ältere Fahrzeuge:

Renault Fluence Z.E., Kangoo Z.E. (Typ 1 Version),

 

Typ 2

Typ 2 Stecker By Hadhuey (Own work) [CC BY-SA 4.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], via Wikimedia Commons
Typ 2 Anschluss eine Tesla Model S indentisch mit dem Anschluss einer Typ 2 Ladesäule By Paul Sladen (Own work) [CC0], via Wikimedia Commons
Wenn Sie ein europäisches Elektroauto besitzen werden Sie auf der Fahrzeugseite über einen Typ 2 Anschluss verfügen. Außerdem gibt es neuere Modelle, die auch, wenn Sie von einem Typ 1 Hersteller kommen, über einen Typ 2 Anschluss verfügen, z. B. der Hyundai IONIQ. Der Typ 2 Anschluss wurde als neuer Standard für Elektroautos eingeführt. Alle Ladesäulen in Europa verfügen über einen Typ 2 Anschluss. Der Vorteil von Typ 2 ist, dass Sie die Möglichkeit haben, alle 3 Phasen des Starkstromes zu nutzen und so die volle Leistung abrufen können. Leider verfügen zurzeit nur die Renault ZOE und der Smart über die Möglichkeit, die an Ladesäulen üblichen 22kW zu nutzen. Der BMW i3 und der Mercedes B 250e können gegen Aufpreis mit nur maximal 11kW geladen werden und der neue VW e-Golf kann mit 2 Phasen maximal 7,4kW geladen werden. Tesla verfügt ebenfalls über einen Typ 2 Anschluss, dazu aber anschließend mehr. Dennoch reichen, wie wir eben gesehen haben, die Ladezeiten aus, da Fahrzeuge sowieso längere Zeit stehen in denen Sie laden können. Wenn es mal schneller gehen soll, gibt es noch die 2 letzten Anschlusstypen, dazu kommen wir nach einer Liste der Fahrzeuge mit Typ 2 Anschluss:

Europäischer Hersteller:

BMW i3, Mercedes B 250e, Renault Kangoo Z.E. (Typ 2 Version), Renault ZOE, Smart fortwo, Smart forfour, VW e-up, VW e-Golf

Neuere Fahrzeuge:

Hyundai IONIQ, Opel Ampera-e

 

Anschlüsse für das Schnellladen mit Gleichstrom:

 

Anleitung für die Benutzung der Stecker für die Ladung an einem multi-standard fast chargers, welcher allle 3 Stecker mit Kabel besitz.

Für das Schnellladen mit Gleichstrom benötigen Sie kein separates Kabel, da dieses fest mit der Säule verbunden ist. So wie beim Tanken der Tankfüllstutzen auch mit der Zapfsäule verbunden ist und nur beim Auto eingesteckt werden muss. Die meisten Schnellladesäulen verfügen sowohl über einen ChaDeMo Anschluss als auch einen CCS Anschluss. Zusätzliche bieten Sie noch einen Typ 2 Anschluss mit der gleichen Leistung, welche für eine ältere Version der Renault ZOE gedacht ist welche noch mit 43kW Wechselstrom geladen werden konnte.

CCS

CCS Stecker für das Laden von Gleichstrom Von Hadhuey – Eigenes Werk, CC-BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=45825568
Anschluss für CCS, man sieht, dass der CCS Stecker auch den Typ 2 Anschluss belegt beim Laden mit Gleichstrom Von Robert Basic from Germany – VW eGolf 2014, CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=35605639

CCS steht für Combined Charging System und ist die Anschlussart, die sich an allen europäischen Modellen befindet, die schnellladefähig sind. Bis auf den Hyundai IONIQ muss der CCS Anschluss als Extraoption gebucht werden. Über das CCS kann mit bis zu 170kW geladen werden, wenn die entsprechenden Säulen zur Verfügung stehen und die Akkus der Fahrzeuge dies zulassen. Zurzeit verfügen die meisten Schnellladesäulen über eine Leistung von 50kW. Alle Fahrzeuge mit CCS können mit bis zu 50kW geladen werden, nur der neue e-Golf ist auf 40kW beschränkt. Dagegen kann der neue IONIQ mit bis zum 100kW geladen werden, wenn man eine entsprechende Säule vorfindet. Zurzeit gibt es 2 Säulen in Deutschland, die 100kW leisten können. In Zukunft soll das System aber auf 150kW erweitert werden. Über das CCS kann das Fahrzeug in der Regel in 30 Min auf 80 % geladen werden. Der IONIQ kann dies an einer 100kW Säule sogar in 23 Min. Allgemein lässt sich sagen, dass man in 30 Min um die 150 km laden kann.

Fahrzeuge mit CCS: BMW i3,VW e-up, VW e-Golf, Hyundai IONIQ, Opel Ampera-e

Davon nur gegen Aufpreis:BMW i3,VW e-up, VW e-Golf

 

ChaDeMo:

 

ChaDeMo Stecker: der ChaDeMo Stecker verfügt zusätzlich über einen Schalter der den Stecker sichert. Über einen ChaDeMo Stecker kann theoretisch auch wieder Strom ins Netz gespeist werden, sobald dies Freigeschaltet wird. By C-CarTom (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0) or GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html)], via Wikimedia Commons
ChaDeMo Anschluss
By Musashi1600 (Own work) [CC BY 3.0 us (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/us/deed.en)], via Wikimedia Commons
Für den Namen ChaDeMo gibt es zwei mögliche Erklärungen: Zum einen als Backronym von „CHArge de MOve“ oder aber über den japanischen Satz O cha demo ikaga desuka dieser bedeutet übersetzt „Wie wäre es mit einer Tasse Tee?“ und geht damit auf die Zeit ein, die für den Ladevorgang benötigt wird und in etwa der Zeit für eine Tasse Tee entspricht. Das ChaDeMo System funktioniert genau, wie das CCS nur das hier der Anschluss nicht mit dem Typ 2 Anschluss zusammen liegt, sondern frei ist. Die meisten ChaDeMo Säulen sind ebenfalls mit einem CCS Anschluss versehen und können bis zu 50kW Ladeleistung zur Verfügung stellen. Auch wenn CCS zurzeit als der Standard für Gleichstromladen propagiert wird, hat das ChaDeMo System einige Vorteile, die nicht unberücksichtigt bleiben sollten. Zum einen gibt es zurzeit mehr Fahrzeuge, die über einen ChaDeMo Anschluss verfügen, als Fahrzeuge mit einem CCS Anschluss. Dies liegt daran, dass dieser Anschluss bei mehr Modellen vorliegt, aber auch bis auf bei der Grundvariante der Nissan Leaf’s in allen Modellen serienmäßig verbaut ist und nicht als Extra gebucht werden muss. Außerdem gibt es die Möglichkeit Modelle von Tesla über einem Adapter an einem ChaDeMo Anschluss zu laden, bei CCS ist dies nicht möglich. Der größte Vorteil des ChaDeMo System liegt darin, dass dieses System für Vehicle-to-Grid kurz V2G genutzt werden kann. Das bedeutet, das Auto kann nicht nur Strom aus dem Netz entnehmen, sondern auch als Speicher fungieren und Strom wieder ans Netz abgeben. Gerade für Besitzer einer PV-Anlage bietet dies die Möglichkeit den Grad der Autarkie weiter zu erhöhen. Weitere Informationen zu V2G finden Sie im entsprechenden Kapitel V2G.

Fahrzeuge mit ChaDeMo:

Nissan Leaf, Nissan e-NV200, Mitsubishi MiEV, Citroën C-Zero, Peugeot iOn, Kia Soul EV, Mitsubishi Outlander Plug-in Hybrid

Tesla Ladetechnik

 

Tesla Supercharger für 120 kW Schnellladung mit Gleichstrom
By Avda (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons
Typ 2 Stecker eines Superchargers welcher fest mit der Säule verbunden ist. By Paul Sladen (Own work) [CC0], via Wikimedia Commons
Alle Modelle von Tesla verfügen über einen Anschluss auf der Fahrzeugseite, welcher von der Form her kompatibel mit dem Typ2 Anschluss ist. Mit den von Tesla verwendeten Typ2 Kabel, der Tesla Supercharcher, werden die Fahrzeuge jetzt schon mit bis zu 120kW geladen. Diese Säulen können aber nur von Tesla Fahrzeugen genutzt werden. Umgekehrt können Sie mit den Fahrzeugen an allen Typ 2 Ladesäulen laden, zusätzlich gibt es noch einen Adapter für das Laden an ChaDeMo Säulen.

Hier sieht man einen ChaDeMo-Adapter für einen Tesla. Über die verdickten Seite mit dem Griff wird das ChaDeMo-Kabel angeschlossen und der Typ 2 Stecker wird ans Fahrzeug angeschlossen. Damit lassen sich auch CHaDeMo-Säulen für den Tesla nutzbar machen.

Nachdem wir über die verschieden Anschlussarten, sowohl für die Fahrzeugseite, als auch die Stromquelle, gesprochen haben, kommen wir nun zu dem Objekt, welches beides verbindet, dem Ladekabel.

Ladekabel

Die Ladekabel werden in 4 verschiedene Modi eingeteilt:

Mode 1

Bei einem Mode 1 Kabel handelt es sich um ein einfaches Kabel mit einem Schukostecker und dem entsprechenden Anschluss Typ 1 oder 2 für die Fahrzeugseite. Diese Kabel werden von den meisten Herstellern als Notladekabel bezeichnet und befinden sich meistens im Lieferumfang des Fahrzeuges. Mit diesem Kabel können Sie problemlos an öffentlichen Ladesäulen laden, die über einen Schukoanschluss verfügen. Bei allen anderen Schukoanschlüssen sollten Sie immer prüfen, ob diese auch für die Strombelastung ausgelegt sind. Es kann zum Herausfliegen der Sicherung kommen. Bei sehr alten Installationen können auch Steckdosen verschmoren und es besteht die Gefahr eines Kabelbrandes auf Seiten des Hausanschlusses. Die Gefahr sind hier die Leitungen im Haus und nicht das Kabel des Fahrzeuges, welches für diese Leistung ausgelegt ist.

Mode 2

Die interessanteste Variante des Kabels ist das Mode 2 Kabel. Ein Mode 2 Kabel wird oft als intelligentes Ladekabel genutzt, weil es über alle Steuerungs- – und Sicherungseinheiten verfügt, die normalerweise in der Wall-Box oder den öffentlichen Ladesäulen verbaut sind. Diese Kabel eignen sich daher für alle Anschlüsse, die über eine unbekannte Sicherung verfügen oder als Ersatz für eine Wall-Box, bei der nur ein Starkstromanschluss gelegt wird. Diese Kabel ermöglichen es die Leistung zu reduzieren, die dem Fahrzeug zu Verfügung gestellt wird, um die Leitung nicht zu überlasten. Aus diesem Grunde wird das Mode 2 auch als besseres Notladekabel (In-Cable Control Box) kurz ICCB genommen, sowie als Kabel mit Adaptern für alle Arten von Anschlüssen, die keine Typ 2 Anschlüsse sind, z. B. rote CEE Stecker und Campingstecker. Generell sollten Sie, gerade wenn Sie öfters an einem Anschluss laden, diesen von einem Elektriker prüfen lassen.

Mode 3

Mode 3 Kabel sind einfache Ladekabel mit einen Typ 2 Anschluss für die Ladesäule und einem dem jeweiligen Auto entsprechenden Typ 1 oder 2 Anschluss. Dieses Kabel wird meistens von den Herstellern als Option bereitgestellt. Diese Kabel verfügen über keine Sicherung oder Steuerelektronik, weil die Funktionen von der Ladesäule oder der Wall-Box übernommen werden.

Mode 4

Mode 4 ist die Bezeichnung für alle Gleichstromkabel, die fest mit der Säule verbunden sind.

Nun haben wir sämtliche Varianten von Steckern und Lademöglichkeiten besprochen und können jetzt schauen, wo wir welche Variante am besten verwenden, wenn wir zuhause laden.

Laden zuhause:

Renault ZOE lädt an einer Wall-Box vor dem Zuhause. Quelle Renault Press

Wenn Sie die Möglichkeit haben Zuhause zu laden stehen Ihnen 4 Möglichkeiten zur Verfügung, je nach Fahrzeug und Budget. Insgesamt befinden Sie sich, gerade wenn Sie die Option auf eine PV-Anlage haben, in einer Situation, in der Sie alle Vorteile der Elektromobilität nutzen können ohne auf Punkte, wie öffentliche Ladesäulen Rücksicht nehmen zu müssen.

Die Schukosteckdose

Jedes Elektroauto verfügt über die Möglichkeit an einer normalen Haushaltssteckdose zu laden. Hier müssen aber einige Dinge beachtet werden. Die Ladekabel für Schukosteckdosen werden nicht ohne Grund als Notladekabel bezeichnet. Mit dem Notladekabel verhält es sich ähnlich wie mit dem Ersatzrad im Auto. Diese Kabel sind nur dafür gedacht Ihr Fahrzeug an einer Steckdose zu laden, falls Sie in einer Notsituation dringend Strom brauchen. Ein Elektroauto zieht mehrere Stunden eine hohe Leistung und dafür sind die meisten Haushaltsteckdosen auf Dauer nicht ausgelegt und gerade in alten Häusern fliegt dann gerne schnell die Sicherung heraus. Das Notladekabel ist für die Belastung ausgelegt, aber Ihr Hausanschluss kann spätestens nach dem 2ten Ladevorgang zu Problemen führen. Es gibt die Möglichkeit über die Schukosteckdose zu laden, wenn die Leitungen Ihres Hauses dafür ausgelegt sind. Allerdings gibt es noch das Problem, dass das Elektroauto an einer Schukosteckdose am längsten braucht um zu Laden. Bei den meisten Elektroautos kann das Vollladen hier 12–13 Stunden dauern und die kleineren Elektroautos wie C-zero oder Ion benötigen zwar nur 6,5 Stunden Ladedauer aber trotzdem ist es sinnvoller sich besser für eine der nachfolgenden Methoden zu entscheiden.

Die Wall-Box

Fast jeder Autohersteller bietet für seine Fahrzeuge eine Wall-Box an. Diese Wall-Box verfügt über einen Starkstromanschluss von 400V, genau wie die roten CEE Steckdosen, welche Sie an alten Elektroherden, der Kreissäge oder einem Häcksler finden. Diese Wall-Box wird fest in der Garage oder dem Carport installiert. Wenn Sie schon einen roten Stecker für Starkstrom in der Garage haben ist die Installation durch einen Elektriker problemlos möglich. Sollte bei Ihnen aber noch kein Startstromanschluss vorliegen, muss dieser noch zu Ihrem Ladeplatz gelegt werden. Das Legen eines Startromanschlusses kann zwischen 500 und 1000€ kosten je nachdem, wie weit Ihr Sicherungskasten von der Garage entfernt ist und ob ein zusätzlicher Sicherungskasten notwendig ist. Zum Teil lässt sich dieser Aufwand aber mit dem Einrichten eines neuen Sicherungskastens verbinden, der ab diesem Jahr Pflicht für viele Hausbesitzer ist. Aber auch abseits der neuen Verordnung bietet eine Wall-Box zahlreiche Vorteile. Der Hauptgrund ist, dass Sie die Ladezeit Ihres Elektroautos von 12 bis 17 Stunden auf 4–8 Stunden senken können, je nach Leistung der Wall-Box. Auch hier gilt: Sie sollten im normalen Alltag kaum die Notwendigkeit haben Ihr Auto komplett vollladen zu müssen. Der andere Vorteil ist, dass manche Wall-Boxen Ihr eigenes Kabel mitliefern und Sie so wie an der Tankstelle nur noch einstecken müssen, wenn Sie nach Hause kommen.

Neben Schuko und Wall-Box gibt es noch eine Zwischenlösung, wenn Sie schon über einen Starkstromanschluss verfügen:

Das intelligente Ladekabel

 

NRGkick 32A Bluetooth, energy meter, RCD, 3phase, 22kW, Typ2, 32A CEE connector, 7.5m © DiniTech GmbH

 

Wie wir bereits gesagt hatten, haben einige von Ihnen schon einen roten Starkstromanschluss zuhause, welcher über die gleiche Leistung wie eine Wall-Box verfügt. Nun gibt es das Problem, dass der Stecker dieses Anschlusses nicht in Ihr Elektroauto passt. Aus diesem Grund gibt es intelligente Ladekabel, die über eine eigene Sicherung verfügen. Diese gibt es mit Adaptern für mehrere Steckerarten, z. B. auch für den auf Campingplätzen häufig zu findenden blauen Campingstecker. Auch verfügen manche intelligente Ladekabel über die Möglichkeit der Leistungssenkung, falls Sie z. B. an einem Schukostecker laden wollen aber nicht die volle Leistung auf den Stecker geben wollen, um diesen zu schützen. Für diese Kabel müssen Sie nur einen Starkstromanschluss legen, welcher den Marktwert Ihres Hauses steigert, da solche Anschlüsse ab 2020 Pflicht für Neubauten werden, damit jeder die Möglichkeit hat zuhause zu laden. Über die intelligenten Ladekabel kann man aber an jedem möglichen Anschluss laden, also auch im Urlaub oder in Gegenden, in denen es kein großes Ladesäulennetz gibt.

Mobiles Gleichstromladegerät:

 

Mobile ChaDeMo Charger für Startstromanschlüsse von CCS & CHAdeMO Charger

Neben dem intelligenten Ladekabel gibt es noch die Möglichkeit ein mobiles Gleichstromladegerät zu kaufen. Diese Möglichkeit, die zur Zeit noch teurer ist (ab 5000€), ist ein mobiles Ladegerät, welches den Wechselstrom der Leitung in Gleichstrom umwandelt. Der Gleichstrom ist für den Akku direkt nutzbar während der Wechselstrom aus der Leitung erst im Fahrzeug in Gleichstrom umgewandelt werden muss. Wie wir beim Thema „Phasen“ gesehen haben gibt es nur wenige Fahrzeuge, die die volle Leistung an öffentlichen Ladesäulen abrufen können. Die meisten dieser Fahrzeuge können aber mit Gleichstrom geladen werden. Man schließt das mobile Gerät einfach an die Säule oder den eigenen Starkstromanschluss an und kann anschließend die volle Leistung für sein Fahrzeug abrufen. Also 22kW statt 4,6 bzw. 3,7kW. Dies senkt bei den meisten Fahrzeugen die Ladezeit auf 1–2 Stunden. Nur der Preis der mobilen Lader ist etwas teuer und die Geräte haben die Größe einer Kühlbox und das entsprechende Gewicht. Deshalb sind diese Geräte eher für Handwerker oder Betriebe interessant, welche mal kurzfristig eines Ihrer Fahrzeuge laden müssen.

V2G (Vehicle to Grid):

Unter V2G versteht man die Möglichkeit des Elektroautos den gespeicherten Strom wieder an das Stromnetz abzugeben. Dieses System wird bereits in Japan genutzt und ist zurzeit in Großbritannien und den USA in einer Testphase. Zurzeit ist V2G nur mit Fahrzeugen von Nissan und Mitsubishi über den ChaDeMo Anschluss möglich. Für das CCS gibt es keine Möglichkeit des bidirektionalen Ladens. Dies ist nur über den ChaDeMo Anschluss möglich. Über das bidirektionale Laden lässt sich z. B. Strom aus der PV-Anlage im Auto speichern und abends wieder abrufen. Es gäbe die Möglichkeit bei Outdooraktivitäten das Auto, als Stromquelle zu nutzen. Auch könnten so Elektroautos helfen das Stromnetz zu stabilisieren ohne dass dafür konventionelle Kraftwerke notwendig wären. Tesla hat bestätigt dass, V2G über Ihre Fahrzeuge möglich sein wird.

Nachdem wir am Ende des Themas „Zuhause laden“ schon auf mögliche Lösungen für das Laden am Arbeitsplatz eingegangen sind, kommen wir jetzt direkt zu diesem Kapitel und beleuchten die Möglichkeiten für Arbeitgeber und Betriebe, wenn Ihre Flotten- oder Mitarbeiterfahrzeuge geladen werden sollen.

Laden im Unternehmen:

Jedes Unternehmen in Deutschland, welches über eine eigene Flotte verfügt oder einen Mitarbeiterparkplatz hat, wird sich zwangsläufig mit der Frage nach Lademöglichkeiten für Flotten und Mitarbeiterfahrzeuge  auseinandersetzen müssen. Aktuell ist mit möglichen Diesel Fahrverboten in Metropolen, für Handwerker die Frage nach Alternativen, eine Frage der Existenz. Wenn Sie über eine Flotte von 3 oder weniger Fahrzeugen verfügen, stehen Ihnen die gleichen Möglichkeiten zur Verfügung wie beim privaten Laden: Schukostecker, intelligentes Ladekabel, Wall-Box oder mobiles Gleichstromladegerät. Auch das Installieren einer PV-Anlage ist bei Umstellung auf Elektromobilität eine Möglichkeit die Betriebskosten weiter zu senken.

Lademanagement:

Sobald Sie eine Flottengröße von 5 oder mehr erreichen und die Fahrzeuge nicht bei Ihren Mitarbeitern geladen werden können, bzw. öffentliche Ladeinfrastruktur in Betriebsnähe existiert, werden Sie es schwierig haben die Fahrzeuge parallel zu laden, ohne die Stromversorgung Ihres Betriebs erheblich zu erhöhen. Aus diesem Grund gibt es das Lademanagement, welches Ihnen hilft, die Ladevorgänge der einzelnen Fahrzeuge so zu koordinieren, dass Sie keinen weiteren Ausbau Ihres Netzes benötigen. Möglich ist dies da die meisten Gewerbefahrzeuge in 4 Stunden geladen werden können, also von Betriebsschluss bis Betriebsbeginn genug Zeit für die Ladungen vorhanden ist. Nun ist es aber ein Problem, wenn Ihre Fahrzeuge alle zeitgleich anfangen würden zu laden, dafür reicht Ihr Stromnetz meistens nicht aus. Deshalb ist es möglich die Fahrzeuge gleichzeitig anzuschließen und diese aber dann über Software und Steuerung gestaffelt laden zu lassen, sodass alle Fahrzeuge optimal geladen werden können. So wird eine Überlastung Ihres Netzes verhindert und Sie müssen keinen Mitarbeiter dafür abzustellen nachts Fahrzeuge einzeln anzustecken. Hier gibt es bereits einige Lösungen auf dem Markt, sowohl für die Wall-Box, aber auch direkt im Fahrzeug integriert, wie es bei den Fahrzeugen von Streetscooter der Fall ist, die die Deutsche Post nutzen.

Laden der Flotte

Für das Laden der Flotte ist das Installieren von Wall-Boxen die komfortabelste Variante. Für den Anfang oder wenn Sie öfters die Möglichkeit haben an Baustromanschlüssen zu laden, empfiehlt es sich auf jedenfalls auch intelligente Ladekabel zu kaufen, da so der Aktionsradius erweitert werden kann. Allgemein haben Sie als Betrieb aber den Vorteil, dass Sie genau wissen, welche Strecken Sie fahren. Vor allem, wenn es sich um Lieferfahrzeuge handelt. Damit reicht das Laden über das Lademanagement aus. Sollten Sie aber immer mal wieder Fahrten haben, die weiter als Ihre normale Fahrleistung gehen, empfiehlt es sich ein Gewerbefahrzeug zu kaufen, welches auch über Gleichstrom schnell geladen werden kann. Dadurch können Sie zum einem an öffentlichen Schnellladesäulen laden, als auch das Mobilesschnellladegerät nutzen, um kurzfristig die Akkus Ihrer Fahrzeuge wieder zu laden. So können die kurzfristigen Einsätze auch erledigt werden. Hier ist dies sowohl mit dem Nissan E-NV200 als auch mit dem Citroen Belingo möglich. Wobei man bei Nissan, als Gewerbekunde, noch die Möglichkeit hat ab 3 Fahrzeugen eine eigene ChaDeMo Ladesäule zu erhalten. Der Kangoo von Renault verfügt leider nicht über die Möglichkeit des Schnellladens, dafür wird es 2017 eine Version geben, die einen größeren Akku (33 kWh) besitzt. Außerdem gibt es noch Angebote von Drittanbietern wobei das Fahrzeug von Streetscooter auch nicht schnellladefähig ist, dafür aber schon über ein integriertes Lademanagement verfügt. Der BV1 der Selbsthilfegruppe der Bäckerei Schüren wird ebenfalls über eine Schnelllademöglichkeit verfügen. Fahren Sie täglich feste Strecken innerhalb der Reichweite, empfiehlt sich ein Fahrzeug wie der neue Kangoo der über ausreichende Reichweite verfügt und über Nacht wieder geladen werden kann, gleiches gilt für den Work von Streetscouter. Fahren Sie jedoch öfters zusätzliche Aufträge die ein zwischenzeitliches Aufladen erfordern, sollten Sie sich für einen Nissan E-NV200, einen Citroen Belingo oder einen BV1 entscheiden die über Schnellladeanschlüsse, für kurzfristiges Laden, verfügen.

Laden für Mitarbeiter und Kunden:

Während Sie für Ihre Flottenfahrzeuge auch gut über ein intelligentes Ladekabel, an den bereits vorhandenen Starkstromanschlüssen laden können, ist dies auch noch für Mitarbeiter möglich, die auf dem Betriebsgelände parken. Normalerweise verfügt Ihr Firmenparkplatz nicht über einen Starkstromanschluss, genauso wenig wie Ihr Kundenparkplatz. Deshalb sollten Sie hier die auch optisch ansprechende Variante der Wall-Box nutzen, um gerade bei Kunden mit Elektroautos zu punkten. Es gibt außerdem, wenn es der Standort zulässt, die Möglichkeit öffentliche Ladesäulen zu installieren für diese Sie teilweise Förderungen bekommen und diese auch günstig von den örtlichen Stadtwerken betreiben lassen. Auch hier erreichen Sie zusätzliche Kunden, gerade wenn Sie ein Betrieb mit Verkaufsräumen sind. So konnten mehrere Firmen ihren Umsatz um 20 % steigern, indem sie Lademöglichkeiten für ihre Kunden angeboten haben.

Steuerliche Vorteile für Firmenwagen und Mitarbeiter

Der geldwerte Vorteil für die Überlassung eines Elektroautos als Dienstwagen berechnet sich aus dem Bruttolistenpreis zum Zeitpunkt der Erstzulassung des Elektrofahrzeugs – ohne die darin enthaltenen Kosten für den Akku. Es gibt für elektrische Firmenwagen die Möglichkeit 300 Euro je Kilowattstunde (kWh) Speicherkapazität vom Fahrzeugpreis für die Versteuerung abzuziehen, maximal aber um 8.000 Euro. Dieser Wert sinkt jedes Jahr um 50 Euro pro kWh, der hierbei zu beachtende Höchstbetrag um jährlich 500 Euro.

Außerdem gibt es die Möglichkeit Ihren Mitarbeitern den Strom für das Laden Ihrer Mitarbeiterfahrzeuge zur Verfügung zu stellen ohne dass, dabei ein geldwerter Vorteil entsteht. Die Informationen des Finanzministeriums finden Sie hier: http://www.bundesfinanzministerium.de

Ladekabel mit Stromzähler:

Da es möglich ist Mitarbeitern Strom für das Laden des Fahrzeuges zur Verfügung zu stellen, stellt sich die Frage, wie das Laden zuhause oder auf Dienstreisen abgerechnet werden kann. Bei Verbrenner Fahrzeugen wird dies meistens über eine Tankkarte abgerechnet, beim Elektroauto ist dies über ein Ladekabel mit integriertem Stromzähler möglich. Dieses Kabel misst den gesamten geladenen Strom und ermöglicht so die genaue Abrechnung egal, ob für Zuhause oder auf Dienstreisen.

V2G im Betrieb

Gerade im Betrieb gibt es über V2G viel mehr Einsatzmöglichkeiten. So können gerade Firmen profitieren, deren Fahrzeuge morgens oder abends Belieferungen von Filialen durchführen und tagsüber auf dem Betriebsgelände stehen. Hier ist es möglich die Fahrzeuge tagsüber als Stromspeicher für Ihre PV-Anlage zu nutzen und anschließend den Strom zu verfahren oder diesen für den Betrieb zu nutzen, um so weitere Kosten zu sparen.

Ebenfalls sollte es zukünftig möglich sein Ihr Fahrzeug, als Stromquelle für Tätigkeiten außerhalb des Betriebs zu nutzen, sodass keine externen Stromquellen mehr benötigt werden.

E-Kennzeichen

 

By Michael Kramer (Own work) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons
Seit 26. September 2015 haben Sie die Möglichkeit Ihr Elektroauto mit einem E-Kennzeichen zuzulassen. Durch dieses Kennzeichen, erhalten Sie je nach Kommune, Vorteile wie freies Parken oder die Benutzung der Busspur. Welche Vorteile es wo gibt, kann man ebenfalls auf Goingelectric finden. Hier

Das Elektroauto

 

Peugeot ION Innenleben 1 rot=Motor, 2 dunkelblau=Akku, , 3 hellblau=Antriebssteuerung, 4 grün=Wandler
PSA Press

Für ein Elektroauto bedarf es nicht viel. Theoretisch reichen eine Karosserie und die 4 Hauptkomponenten: Akku, Elektromotor, Leistungselektronik (Steuerung) und einen Wandler, um den Wechselstrom der Leitung in Gleichstrom für die Batterie zu wandeln. Zusätzlich gibt es noch das Batteriemanagementsystem (BMS), welches sich um den Akkuzustand kümmert.

Akku

 

Normale Batterie neben einer Akkuzelle für ein Elektroautos By Lead holder (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons
Einzelne Zellen die zu Paketen zusammengeschlossen werden. By Hadhuey (Own work) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons
Alle Pakete ergeben anschliesend den Akku des Fahrzeuges. Hier der Akku eines Nissan Leaf By Gereon Meyer (Own work) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC BY-SA 4.0-3.0-2.5-2.0-1.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0-3.0-2.5-2.0-1.0)], via Wikimedia Commons
Nun wollen wir uns mit dem Herzstück des Elektroautos beschäftigen: dem Akku. Der Akku eines Elektroautos besteht aus kleinen Einzelzellen, die zu größeren Paketen zusammengeschlossen werden und anschließend den Akku des Fahrzeuges darstellen. Die häufigsten Akku-Typen sind die Lithium-Polymer-Akkumulatoren, Lithium-Mangan-Akkumulatoren, Lithium-Eisenphosphat-Akkumulatoren, sowie in geringerem Umfang die Natrium-Nickelchlorid-Zelle, welche auch als ZEBRA-Batterie bezeichnet wird.

Ladegeschwindigkeit

Neben der besprochenen Abhängigkeit der Ladegeschwindigkeit von der Leistung der verfügbaren Stromquelle spielt auch der Ladezustand einen entscheidenden Faktor bei der Ladegeschwindigkeit. Das Laden läuft nämlich nicht linear, sondern eher in einer liegenden Parabel ab. So lädt der Akku von 0 bis 60 % am schnellsten und beginnt dann bis 80 % zu verlangsamen. Ab 80 % dauert das Laden am längsten. Deshalb wird bei der Schnellladezeit der Elektroautos auch immer die Zeit für das Laden von 0 bis 80 % angegeben. Das heißt aber auch, dass es bei längeren Reisen oft sinnvoller ist öfters kleinere Pausen einzulegen, in denen das Auto nur 10–15 Min lädt und so auf 60–70 % Ladekapazität kommt, anstatt weitere 15 Min für die letzten 10–20 % zu warten. Außerdem können manche Fahrzeuge mit kleinerem Akku gar nicht mehr als 80 % mit Schnellladesäulen geladen werden, weil sonst der Akku leiden würde. Für das schnelle Laden gilt: Der Akku sollte möglichst leer sein und es muss nicht unbedingt bis 80 % geladen werden. Im normalen Betrieb nutzen Sie sowieso die normalen Ladungsmöglichkeiten mit Wechselstrom. Diese eignen sich besser für das Vollladen des Elektroautos.

Witterung

Ein weiterer Faktor für die Ladegeschwindigkeit und die Kapazität ist die Temperatur des Akkus. Die im Elektroauto verbauten Akkus haben bei Temperaturen zwischen 20 und 30 °C die schnellste Ladegeschwindigkeit und auch die größte Kapazität. Dagegen können gerade bei älteren Elektroautos kältere Temperaturen unter 5 °C zu einer temporären Verringerung der Ladegeschwindigkeit und der Kapazität führen. Bei neueren Fahrzeugen hat man aber bessere Akkuheizungen, die den Akku auf Betriebstemperatur halten. Trotzdem empfiehlt es sich gerade bei älteren Elektroautos vor dem Laden die Fahrzeuge kurz warm zu fahren, um die Ladeleistung zu verbessern. Wenn Sie nach einer Fahrt laden gibt es weniger Probleme, da der Akku schon warm ist. Auch die Akkukapazität ist nicht vollständig verbraucht, sondern durch die niedrigeren Temperaturen ist die Chemie verlangsamt und die volle Leistung ist nicht abrufbar. Nach ein paar Kilometern wird diese Kapazität aber durch das Erwärmen des Akkus wieder frei und steht Ihnen wieder zur Verfügung.

Wärmepumpe

Das größere Problem bei tiefen Temperaturen ist, dass das Heizen des Fahrzeuges Energie verbraucht. Um diesen zusätzlichen Energieverbrauch zu verringern, empfiehlt es sich immer eine Wärmepumpe dazu zu wählen. Damit kann die Winterreichweite um bis zu 30 % vergrößert werden. Die Wärmepumpe nutzt Abwärme aus dem Fahrzeugbetrieb (Batteriekühlung oder Getriebe) und stellt diese für die Erwärmung des Innenraumes zur Verfügung.

Winter

Es ist unbestreitbar, dass der Winter nicht die günstigste Jahreszeit für Elektroautos ist aber gerade verbesserte Dämmung und eine Wärmepumpe sorgen dafür, dass die Zeiten vorbei sind, in denen man in Elektroautos frieren musste, um genügen Reichweite zu haben. Für die täglichen Strecken unter 100 km gibt es kaum etwas zu beachten. Allerdings sollten Sie trotzdem auf längeren Strecken die Heizung nicht voll aufdrehen und eher Systeme wie Sitzheizung und Lenkradheizung nutzen. Diese bieten die gleiche Wärme, ohne dass Sie bei Solofahrten den kompletten Innenraum auf 23 °C heizen müssen. Gerade der Hyundai IONIQ hat gezeigt, dass der Winter für ein gutes Elektroauto kaum eine Herausforderung mehr ist.

Batteriemanagementsystem (BMS)

Da die Akkus in einem Elektroauto etwas aufwendiger sind als in einem Smartphone, benötigen Sie ein BMS. Das BMS kümmert sich allgemein um den einwandfreien Zustand der Akkus. So steuert es die Heizung und Kühlung je nach Belastung. Da Akkus außerdem aus vielen kleineren Zellen bestehen und diese nicht alle identisch sind, werden diese Zellen beim Ladevorgang physikalisch bedingt unterschiedlich stark geladen. Um hier dauerhaften Schaden durch Überladung oder Tiefenentladung der Zellen zu verhindern müssen Zellen von Zeit zu Zeit ausbalanciert werden. Dabei wird der Ladezustand der Zellen angeglichen, so dass alle Zellen möglichst den gleichen Ladezustand aufweisen. Das Ausbalancieren muss vor allem bei häufigen Schnellladen durchgeführt werden, weil hier die Ungleichheit der einzelnen Zellen mehr zum Tragen kommt. Das langsame Laden zuhause ist in dem Fall schonender.

Akkuverschleiß

Neben dem Thema Reichweite wenden wir uns nun der Hauptfragestellung des Elektroautos zu: Wie lange halten die Akkus? Nun, wie wir gerade gelesen haben gibt es Technik in einem Elektroauto, welche den Verschleiß eines Akkus noch weiter reduziert. So ist der Verschleiß eines Elektroautoakkus nicht annähernd so hoch wie bei Akkus von Elektronikgeräten und Smartphones. Schon durch die aktive Kühlung durch das BMS beim Laden wird ein erheblicher Teil der Belastung vom Akku genommen. Bei Tesla werden die Akkus um die 2 Millionen km halten. Auch beim Nissan Leaf z. B. sind nach 45000 km noch über 85 % der ursprünglichen Kapazität erhalten. Es gibt 2 Verschleißarten, die man unterscheiden muss. Das eine ist die Alterung über Zeit und das andere ist die Alterung durch die Ladung. Die Alterung über die Zeit wird vor allem von der Temperatur des Akkus beeinflusst. Je kälter der Akku, desto geringer die Alterung durch die Zeit. Im normalen Betrieb kann man diese vernachlässigen, viel entscheidender ist die Alterung durch die Ladung und den Ladezustand. Diese wird beeinflusst je, nachdem wie oft Sie Schnellladen und wie lange das Fahrzeug unter 20 % Akku gelagert wird. Auch hier ist es nicht schlimm, wenn das Auto mit 20 % mal 2–3 Tage steht. Erst wenn Sie das Auto über Monate so lassen könnte es sein, dass Sie leichten Kapazitätsverlust spüren. Mit der durchschnittlichen Laufleistung werden Sie das Fahrzeug höchsten 2–3 mal in der Woche laden müssen, sodass sich der Akku in der meisten Zeit im Bereich zwischen 20 und 80 % befindet. Generell wird das Thema Akkuverschleiß aber überbewertet. Da Sie bei allen Herstellern eine Garantie von 5 bis 8 Jahren haben und das auf eine Kapazität von 75-80 % außerdem, heutige Akkus werden bis zu 12 Jahre halten und selbst dann sind diese nicht kaputt, sondern haben eine geringere Kapazität als am Anfang. Neben den kontinuierlich fallenden Akkupreisen werden Sie später nicht den gesamten Akku tauschen müssen, sondern können einfach nur die schwächeren Zellen austauschen. Ein einfaches Rechenbeispiel verdeutlicht dies: Heutige Akkumulatoren sind für 1.500 Zyklen oder mehr (in der Regel sogar 2.000 Zyklen) ausgelegt. Gehen wir von einer Reichweite von 150km pro Vollladung und Zyklus aus, bedeutet das, dass der Akku 300.000 km hält. Dabei können ab 500-1.000 Zyklen schon ein paar Prozent Kapazitätsverlust merkbar sein, aber grundsätzlich bedeutet das, dass der Akku mindestens 225.000 km (=1.500*150km) hält und nicht ausgetauscht werden muss. Eine Ladung von 30% auf 80% zählt hierbei als halber Zyklus, die Rechnung ist also allgemeingültig (Beispiel: 1.500*0.5*75 km=225.000 km, die 75km errechnen sich aus der halben Reichweite). Für Autos mit höherer Reichweite halten die Akkus nach dieser Rechnung sogar länger und für Autos mit einer niedrigen Reichweite von 100km ergibt sich immer noch eine Mindesthaltbarkeit von 150.000 km und die kleinen Akkus sind dafür im Austausch billiger. Und da die Akkupreise ständig sinken ist nach 150.000 km auch vielleicht eine Aufrüstung sinnvoll. Zusammenfassend sehen wir also, dass das Thema Haltbarkeit durchaus mit einer typischen Lebensdauer von Verbrennungsmotoren und Autos von 200.000 km mithalten kann. Daneben verbauen die Hersteller bereits heute etwas größere Zellen als angegeben, so dass die Elektronik defekte Zellen im Akku automatisch kompensieren kann. Dies geschieht ohne Ihr Zutun völlig automatisch während der normalen Nutzung. Die Elektronik wählt dabei die besten Zellen für die Ladung aus und verlängert somit die Lebens- und Nutzungsdauer sowie die Kapazität des Akkus (siehe auch Kapitel BMS).

Mieten oder Kaufen?

Bei den Modellen von Renault und Nissan stellt sich dem potentiellen Käufer die Frage, ob er den Akku mieten oder kaufen soll.  Die Miete bietet relative günstige Einstiegskosten, erhöht aber die laufenden Kosten des Fahrzeuges. Von der finanziellen Seite ist es entscheidend, wie lange Sie das Fahrzeug behalten wollen. Wer sein Fahrzeug zwischen 3 und 4 Jahre halten möchte, hat bei der Miete den Vorteil dass, sich ein potentieller Käufer um den Zustand des Akkus keine Sorgen machen muss, da dieser über die Miete gesichert ist. Wer sein Auto aber länger als 7–8 Jahre halten will, bezahlt über da Mietmodel insgesamt mehr als beim Kauf und ein potentieller Käufer müsste zurzeit noch danach den Mietvertrag übernehmen. Damit wäre es für einen Käufer attraktiver ein Fahrzeug mit Kaufakku zu gleichen Preis zu kaufen. Bei den Optionen für die Miete haben wir für schon die Gesamtkosten der Laufzeiten ausgerechnet, damit Sie besser die Option finden die für Sie am günstigsten ist.

Wie häufig geht der Akku kaputt?

Eine britische Studie hat gezeigt, dass in den ersten 5–6 Jahren beim Nissan Leaf nur 0,01 % aller Akkus defekt aufweisen oder sogar kaputt gehen und auch hier handelt es sich in 90 % der Fälle um Unfälle bei denen der Akku mechanisch von außen beschädigt wurde. Zum Vergleich: Bei Verbrennern gibt es in der gleichen Zeit 0,225 % Defekte beim Antrieb und auch zu größten Teil ohne mechanische Beschädigung.

Elektromotor

 

Innenansicht eines Elektromotors By Cschirp (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons
Der Elektromotor wandelt die Energie aus dem Akku in Bewegung um. Ein Elektromotor besteht aus einer Spule und einem Magneten. Durch einen Stromfluss wirken auf den beweglichen Teil des Motors magnetische Kräfte, die diesen vorantreiben. Da die Kraft immer vom anliegenden Strom abhängt, lässt sich die Geschwindigkeit einfach über Zu – und Abnahme des Stromflusses steuern. Dies ermöglicht dem Elektroauto aber auch diese atemraubende Beschleunigung, da die Kraft sofort zur Verfügung steht, sobald der Strom da ist. Würde man einen Elektromotor direkt an einen Akku anschließen würde dieser sofort mit voller Power fahren bis der Akku leer ist. Daher benötigt man eine Steuerung, mit der sich die Leistung steuern lässt. Da der Elektromotor kein Getriebe benötigt und die Kraft vom Strom und nicht von der Größe des Motors abhängt, ist der Motor viel kleiner als bei einem Verbrenner und kann platzsparender verbaut werden. Leider wird viel dieses Platzes wieder durch den Akku eingenommen. Allgemein bietet dies viel mehr Möglichkeiten wie ein Elektroauto geformt und aufgebaut sein kann.

Radnabenmotor

 

Radnabenmotor: Der Radnabenmotor erlaubt direkte Kraftübertragung auf die Reifen und so auf die Straßen By Morio (Own work) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)], via Wikimedia Commons
Die absolute Freiheit beim Design eines Elektroautos hat man, wenn man Radnabenmotoren verwendet. Diese sitzen wie der Name schon sagt direkt am Rad des Fahrzeuges. Da es, bis auf die einzelnen Zellen des Akkus, keine Formvorgabe gibt, kann man das Elektroauto nun so gestalten wie man es benötigt, egal ob mehr Platz für Personen oder Ladung benötigt wird. Einzig eine Skateboardform bleibt als Grundriss unverändert.

Wandler

 

Peugeot Ion Wandler System und On-Board-Charger Quelle PSA Press

Da das Elektroauto oft mit Wechselstrom geladen wird, der Akku und der Motor aber mit Gleichstrom betrieben werden, benötigt das Elektroauto einen Wandler, der den Strom in die benötigte Form wandelt. Dieser bestimmt auch mit welcher Leistung und mit wie vielen Phasen ein Elektroauto geladen werden kann. Außerdem Besitz das Elektroauto noch über eine gewöhnliche 12V Autobatterie, die für Elektronik genutzt wird. Diese wird ebenfalls über einen Wandler versorgt, hierbei werden aber die durchschnittlichen 300V des Hauptakkus auf 12V herunter geregelt.

Verbrauch

Genau wie beim Verbrenner hängt der Verbrauch von verschiedenen Faktoren ab. Hauptverbraucher im Elektroauto ist der Motor. Das heißt, die Fahrweise hat die größten Auswirkungen auf den Verbrauch eines Elektroautos und damit direkt Auswirkungen auf die Reichweite. Der Rest wird durch Beladungszustand, Reifendruck, Topographie und Verbrauch der Bordelektronik (Klimaanlage, Radio, etc.) beeinflusst. Die Bordelektronik und hier vor allem die Klimaanlage sorgt für den größten Verbrauch, bietet dadurch aber auch das größte Einsparpotential. So kann man über eine Wärmepumpe beim i3 beispielsweise bis zu 30 km zusätzliche Reichweite im Winter erreichen, da diese den Verbrauch der Klimaanlage senkt. Insgesamt zeigt sich dass, zwischen 30 und 50 km durch den Verbrauch der Bordelektronik beeinflusst werden kann. Auch hier ist es, so dass, ältere Elektroautos einen höheren Verbrauch für die Bordelektronik haben. Dieser Mehrverbrauch bei älterer Technik ist relativ unabhängig von Fahrzeuggröße und hat bei einer allgemein geringerer Reichweite auch eher Auswirkungen auf die Gesamtreichweite als neueren Fahrzeugen mit größerer Reichweite. Dort spielt die Elektronik eine immer geringere Rolle. Die Fahrweise hingegen kann bis zu 40 % der Reichweite ausmachen, je nachdem wie groß die Maximalgeschwindigkeit des Fahrzeuges ist. So kann die Reichweite, je nach Fahrweise, bei einer Renault ZOE mit 41 kWh Akku von 400 km nach NFEZ  auf 240 km sinken, wenn man die Strecke mit dauerhaft 135 km/h über die Autobahn fährt. Dagegen kann man aber auch über die 400 km Reichweite kommen, wenn man sich z. B. mit 60–70 km/h über die Landstraße bewegt. Aus diesem Grund geben wir auch nicht die NFEZ Reichweite, an, sondern einen Wert an der tatsächlichen Fahrweise eher entspricht.  Die Topographie ist nur entscheidend, wenn Sie sich eher Bergauf als Bergab bewegen. Solange die Bergauf und ab Fahrt im Gleichgewicht ist, kann das Elektroauto seinen einzigartigen Vorteil ausspielen, die Rekuperation.

Rekuperieren

Neben dem Laden an einer Stromquelle haben Elektroautos noch die Möglichkeit zu rekuperieren. Dabei wird das Fahrzeug über den Motor gebremst und so Energie für den Akku generiert. Dies ist möglich, weil jeder Elektromotor auch ein Generator sein kann, der durch Bewegung Strom produziert. So kann man nach der Fahrt über einen Hügel bei der Abfahrt einen Teil der Energie zurückgewinnen. Bei den meisten Elektroautos wird die übliche Bremse kaum benutzt, da das Rekuperieren viel effektiver ist und je nach Fahrzeug kann man das Rekuperieren unterschiedlich stark einstellen. Das Rekuperieren und die damit verbundene Verringerung des Bremsverschleißes ist einer der Gründe, warum die Wartung eines Elektroautos so günstig ist. Mehr dazu im Thema Wartung.

Wartung

Bei der Wartung zeigt sich der größte Unterschied zwischen einem Elektroauto und einem Verbrenner. Ein Elektroauto benötigt keine Zündkerzen und kein Ölwechsel. Die Bremsen rosten, weil sie nicht benutzt werden müssen und der gesamte Antriebsstrang ist durch einen Elektromotor ersetzt, der so einfach und wartungsarm ist. Alle diese Punkte führen dazu, dass Elektroautos nicht schon den Markt überschwemmen. Denn, das gesamte Kfz-Gewerbe ist abhängig davon, dass Sie als Kunde ständig in die Werkstatt müssen, auch wenn es nur zur Inspektion ist. Zum Vergleich, bei einem Nissan Benzin NV200 kostet die Wartung 1500 € im Jahr. Bei einem  Nissan e-NV200 kostet die Wartung nur 150 € und auch nur, weil man die Inspektionen noch nicht an Elektroautos angepasst hat. Ein Autohaus macht 70 % seines Umsatzes nur über den Service. Was würden Sie also tun, wenn es plötzlich ein Fahrzeug gibt, welches Ihre Umsätze im Service auf 7 % senkt? Aus diesem Grund stürzen sich die Händler auch nicht auf den Verkauf von Elektroautos. Aber dafür gibt es ja Ludego. Hier können Sie immer sich über die aktuellen Modelle informieren und direkt bestellen.

Viel Spaß mit Ihrem Elektroauto wünschen Ihnen

Dennis Hagemann und Ludwig Merz

Gründer von Ludego

 

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